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Nolde-Fälschungen im Umlauf

Sechs plus zwei plus fünf macht dreizehn - das ist die Bilanz der bisher von Behörden in Wien, Zürich und München sichergestellten Nolde-Fälschungen. Weiters konnten die Ermittler, laut einer Meldung der Austria Presseagentur, bereits im Dezember vergangenen Jahres einen 49jährigen Deutschen festnehmen. Die Vorgeschichte: Im Herbst 2001 werden zwei Aquarelle Emil Noldes im Dorotheum zur Auktion eingebracht und dem Einbringer - wie durchaus üblich - ein Vorschuss auf eine erste Schätzung der Kunstwerke gewährleistet. Auf 32.00 Euro beläuft sich die Anzahlung für den voraussichtlichen Auktionserlös der Bilder "Tief stehende rote Sonne über blauem See" und "Gelbe Sonnenblumen". Rückblickend erklärte Dorotheums-Expertin Patricia Maydell gegenüber dem österreichischen Medium "Neue Kronen Zeitung", "sind es perfekte Fälschungen. Die ineinander fließenden Wasserfarben, die Linienführung, aber auch die typischen Nolde-Farben ließen bei mir auf den ersten Blick keinerlei Zweifel an der Authentizität aufkommen". Auch die Expertisen des mittlerweile verstorbenen Experten Martin Urban von der Nolde-Stiftung hätten überzeugend gewirkt. Bei detaillierter Begutachtung seien jedoch schnell Zweifel aufgekommen: Die mit 1983 datierten Expertisen waren mit "Prof. Martin Urban" unterzeichnet - nur, dass Urban zu diesem Zeitpunkt diesen Titel noch gar nicht führte. Maydell schickte die Aquarelle samt Gutachten der Nolde-Stiftung. Nach einigen Wochen war klar, dass es sich um Fälschungen handelte. Erschwerend hierbei war sicherlich der Umstand, dass es für Nolde-Aquarelle kein Werkverzeichnis gibt. Offenbar, so erste Ermittlungsergebnisse, seien Gerhard P. und vermutete Komplizen, seit Jahren aktiv. Experten gehen davon aus, dass neben den bisher sichergestellten 13 Aquarellen noch weitaus mehr gefälscht und auch verkauft wurden. In Österreich wurden bisher sechs Bilder entdeckt, weitere zwei in Zürich und fünf beschlagnahmten die deutschen Behörden. Es scheint durchaus möglich, dass noch Dutzende weitere Falsifikate - bis dato unentdeckt - im Umlauf sind. Im Dezember vergangenen Jahres konnte der Deutsche - er war auch wegen Waffenhandels und Diamantenschmuggel international zur Fahndung ausgeschrieben - festgenommen werden.

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