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Rias 22-Millionen-Abschied

Vom Lentos Kunstmuseum restituiertes Klimt-Bildnis wechselt in London den Besitzer Nach einem jahrelangen Provenienzdisput restituierte das Lentos Museum (vormals Neue Galerie, Linz) das aufgrund des Todes von Gustav Klimt unvollendet gebliebene Portrait Ria Munk III im Juni 2009 an die Erben nach Aranka Munk. Zwölf Monate später gelangte das Bildnis jetzt bei Christie’s in London zur Auktion. Zuvor hatte man versucht das Gemälde abseits der Öffentlichkeit über einen Private Sale an Sammler oder Museen zu vermitteln. Vergeblich, die kolportierten 40 Millionen Dollar wollte keiner berappen. Am Abend des 23. Juni sollte das 1918 datierte Gemälde nicht unter 14 Millionen Pfund (21 Mio. Dollar / 16 Mio. Euro) netto den Besitzer wechseln. Bei elf Millionen Pfund starteten um exakt 21.05 Uhr MEZ die Gebote. Keine drei Minuten dauerte das ausschließlich unter Saalbietern ausgetragene Gefecht. „Bieter aus der Schweiz, Russland und Asien“, mehr will Thomas Seydoux, internationaler Leiter des Impressionist & Modern Art Departments, im Anschluss an die Auktion nicht verraten. Nur so viel, Amerikaner sei es keiner. Der Käufer, der 18,8 Millionen Pfund bzw. umgerechnet 22,76 Millionen Euro für das Klimtbildnis bewilligte, möchte anonym bleiben. Und mit diesem Begehr ist er insofern in guter Gesellschaft, als keiner der Käufer der anderen Top neun Ergebnisse auch nur seine Nationalität verlautbart wissen wollte. Glaubt man Gerüchten, dann dürfte aber Pablo Picassos Portrait d’Angel Fernandez de Soto, auch Absinthtrinker genannt, für 34,76 Millionen Pfund (41,92 Mio. Euro) demnächst seine Reise nach Asien antreten. Die große Enttäuschung des Abends lieferte Monets auf 30 bis 40 Millionen Pfund taxiertes Seerosenstück. Vier Bieter waren übers Telefon zugeschaltet, keiner machte den Anfang und also blieb es unverkauft. Für 25 Millionen, so Seydoux, hätten wir bessere Vorraussetzungen gehabt. Insgesamt notierte Christie’s nach 46 Besitzerwechseln ein Total von 152,59 Millionen Pfund (184,03 Mio. Euro). Am Abend davor hatten sich bei Sotheby’s 35 Zuschläge auf ein Total von 112,1 Millionen Pfund summiert.

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