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Hofburg Messe für Kunst und Antiquitäten 2004: Hofburg eröffnet!

Mit etwas mehr als 3000 Besuchern verbuchte man am Vernissageabend einen leichten Zuwachs gegenüber dem Vorjahr. Zur Freude des Veranstalters. Aber zum Leid der Besucher, die ob der Körperdunst-Scheinwerfer-Hitzeentwicklung alsbald dem elitäre Parkett der Hofburg den Rücken kehrten. Und auch zum Leid der 36 Aussteller, die nur selten Zeit für ausführliche Gespräche mit der Klientel fanden. Da war schon ein entsprechendes Aufgebot an Mitarbeitern notwendig, um zögerlichem Interesse in eine konkrete Reservierung oder einen Verkauf zu verwandeln. Kniestück & Federnschmuck Dieserart zählte Peter Kovacek neuerlich zu den Stars des Eröffnung der 36. Hofburg Messe für Kunst und Antiquitäten: Reservierungen für Emil Czechs Blumengarten-Ansichten von 1911, eine ebensolche für Tina Blaus "Motiv aus dem Prater" (1890), verkauft ein Hermann Kern (Botanikers Lieblingsblume, um 1900), ein Hugo Darnaut (Raureif im Wienerwald, 1889), ein Kolo Moser (stehender Akt, 1913) sowie ein früher Willy Eisenschitz (Flusslandschaft in der Drone, 1926). Bei den benachbarten Kollegen Giese & Schweiger wechselten am ersten Wochenende ebenso einige Arbeiten den Besitzer. Kolo Mosers "sitzender Mädchenakt" oder Johann Michael Neders "Kniestück eines Weinhauers"; hier hält man u.a. noch einen Johann Hamza bereit, der einen (entzückenden) Einblick in den Alltag einer Federnschmuckfabrik gibt, veranschlagt mit für 85.000 Euro. Sturm & Spiele Eines der wohl günstigsten Objekte sicherte sich Rudolf Leopold für 150 Euro bei Patrick Kovacs: "Der Sturm" vom 14. Juli 1910, jener Ausgabe, in der Oskar Kokoschka sein selbstillustriertes Drama "Mörder, Hoffnung der Frauen" veröffentlichte. Zudem trugen hier bereits am Abend der Vernissage durchbrochen gearbeitete Gmundner-Keramik von Dagobert Peche sowie ein Loos-Stuhl rote Punkte. Ernsthaftes Interesse kann Elisabeth Michitsch für die aus den USA nach Österreich heimgekehrte Kaminverkleidung Wally Wieselthiers vermelden; die um 1922 entstandene (Bau)Keramik liegt mit 75.000 Euro gut im Rennen. Aus der Manufaktur Loetz offeriert die Wiener Händlern diesmal eine besonders umfassende Kollektion, in einer preislichen Bandbreite von 1500 bis 37.000 Euro. Spielerisch lockte der Kunsthandel Runge, der abgesehen von einem Walmüller-Gemälde (Der Auftanz) und einem Skulpturenhighlight der Donauschule (Hl. Anna Selbdritt, um 1500; 70.000 Euro) zwei verwandelbare Brettspiele anbieten: Sie entstanden um die Mitte des 18. Jahrhunderts und sind außen für Schach und Mühle vorgesehen, innen für das Trick-Track-Spiel, heute besser bekannt unter Backgammon. Die süddeutsche Version in Zwetschkenholz ist für 3800, die österreichische aus Nussholz für 3600 zu haben. Gute Nachfrage und Verkäufe im mittleren Preissegment verzeichnete Stefan Brenske, der aus München angereiste Ikonenspezialist. Die Preisklassen changieren hier parallel zum Detailreichtum der Ausführungen zwischen 2500 und bis zu 25.000 Euro, etwa für eine seltene Ikonostase-Ikone (Lupenmalerei, Russland, Palech, um 1800). Alles in allem herrschte unter den 36 Händlern nach dem ersten Wochenende deutlich mehr Zufriedenheit als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. 2. Vernissage: am Mittwoch den 10. November, ab 18.00 Uhr bis 21.00 Uhr (Vernissage-Karten gültig)
Hofburg Messe für Kunst und Antiquitäten 2004
08.09 - 14.11.2004

Wiener Hofburg
1014 Wien, Eingang Heldenplatz
Tel: 0043 1 587 12 93, Fax: 0043 1 587 12 93 - 20
Email: office@mac-hoffmann.com
https://www.artantique-hofburg.at
Öffnungszeiten: 11 - 19 Uhr


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