Werbung
,

Kunst & Textil - Stoff als Material und Idee in der Moderne von Klimt bis heute: Kunst zwischen Kette und Schuss

Das Spinnen, das Weben und Knüpfen gehören zu den kulturellen Errungenschaften, die den Menschen von Beginn in Alltag und Dasein bestimmen. „Am Anfang war die textile Kunst“, heißt es nicht umsonst bei Gottfried Semper. Markus Brüderlin hat für seine letzte Ausstellung „Kunst und Textil – Stoff als Material in der Moderne von Klimt bis heute“ jenen Gedanken weiter gesponnen, stellt Überlegungen an über den Einfluss des Textilen auf die Entwicklung der Moderne und hat sich damit einmal mehr mit einer wohl durchdachten These einem großen Thema gewidmet. Von der mittelalterlichen Tapisserie bis zur Computeranimation, vom präkolumbischen Textilfragment bis zur zerschnittenen Leinwand von Lucio Fontana reichen die Belege, und der Kurator liefert in der Begleitpublikation grundlegende Überlegungen mit, wie interkultureller Dialog sich im Ausstellungskontext inszenieren lasse. Nach dem Kunstmuseum Wolfsburg, für das die Schau konzipiert wurde, macht sie nun in „konzentrierter“ Form Station in der Staatsgalerie Stuttgart. Das ist prinzipiell höchst lobenswert, doch werden hier die gut 100 künstlerischen Positionen aus Platzgründen auf rund 40 reduziert. Das sollte man sich vor Augen halten, denn bisweilen hat man Schwierigkeiten dem, um im Jargon zu bleiben, roten Faden des Konzeptes zu folgen. Was mit Gustav Klimt beginnt, endet schließlich mit Peter Kogler. Im letzten Raum des Ausstellungsparcours findet sich der Besucher gleichsam in einer animierten Textur von Kogler. Womöglich wird man sich an damals erinnert fühlen, als Brüderlin 2001 für die Fondation Beyeler mit einer anderen Großausstellung samt Publikation Maßstäbe setzte, er dürfte das ähnlich gesehen haben. „Das vorliegende Projekt bildet gewissermaßen das Gegenstück zu Ornament und Abstraktion“, schreibt Markus Brüderlin in seinem Vorwort zum begleitenden Katalog von „Kunst und Textil“. Zweifelsfrei, das Buch ist jetzt bereits ein Standardwerk zu dem Thema geworden, auf knapp 400 Seiten wird keine Fragen offen gelassen. Traurig stimmt alleine, dass es nun Brüderlins Vermächtnis geworden ist. -- Katalog zur Ausstellung: Kunst & Textil Stoff als Idee und Material in der Moderne von Klimt bis heute Hrsg. Kunstmuseum Wolfsburg, Texte von Markus Brüderlin, Hartmut Böhme, Beverly Gordon, Jean-Hubert Martin, Emmanuel Petit, Uta Ruhkamp, Marie-Amélie zu Salm-Salm, Birgit Schneider, Julia Wallner, Tristan Weddigen, Gestaltung von Double Standards Deutsch 2013. 392 Seiten, 400 Abb. 25,20 x 31,50 cm gebunden ISBN 978-3-7757-3626-8 49,80 Euro
Kunst & Textil - Stoff als Material und Idee in der Moderne von Klimt bis heute
21.03 - 22.06.2014

Staatsgalerie Stuttgart
70173 Stuttgart, Konrad-Adenauer-Strasse 30-32
Tel: +49 711 470 40 0, Fax: +49 711 236 99 83
Email: info@staatsgalerie.de
http://www.staatsgalerie.de
Öffnungszeiten: Mi, Fr, Sa + So 10-18, Di + Do 10-20 h


Ihre Meinung

Noch kein Posting in diesem Forum

Das artmagazine bietet allen LeserInnen die Möglichkeit, ihre Meinung zu Artikeln, Ausstellungen und Themen abzugeben. Das artmagazine übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der abgegebenen Meinungen, behält sich aber vor, Beiträge die gegen geltendes Recht verstoßen oder grob unsachlich oder moralisch bedenklich sind, nach eigenem Ermessen zu löschen.

© 2000 - 2022 artmagazine Kunst-Informationsgesellschaft m.b.H.

Bezahlte Anzeige
Bezahlte Anzeige
Gefördert durch: