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Wieder ein Jahresrückblick

Getreu den Kriterien, die wir vor 52 Wochen und einem Tag an dieser Stelle einführten, sei auch diesmal wieder Revue passiert, was sich im Universum, also in Österreich, vulgo in Wien an Kunstbetrieblichem tat. Die Jahre vergehen, doch die Rückblicke bleiben. Adolf Frohner ist sein eigener Nachfolger als Professor an der Angewandten, Wilfried Seipel steuert das Staatsschiff des Kunsthistorischen Museums mit seiner immer größer werdenden Flotte an Beibooten durch den Ozean böswilliger Zeitgenossen, und Frauen werden bei gleicher Eignung bevorzugt behandelt. Die Weltgeschichte ist das Weltgericht. Ars Longa, Vita Brevis. Ausstellungsinstitut des Jahres: Das Mumok, dem der Direktorenwechsel, die dadurch erfolgte schlagartige Vergrößerung des Mitarbeiterstabs, die Umgestaltung des sechsten Stockes zu einer Halle für Wechselausstellungen sowie die Neuhängung sichtlich gut getan haben. Mittelmaß des Jahres: Die KUNSTHALLE wien, die immer wieder Gruppenausstellungen bringt, deren Thema so interessant scheint wie die Chance auf Realisierung vertan. Aufsteiger des Jahres: Die Galerie Hohenlohe und Kalb, die in geschicktem Wechsel von Einzel- und Gruppenpräsentationen das Durchschnittsalter des Dargebotenen in gleichem Maß senkte wie sie dessen Qualität hob. Künstler des Jahres: Johanna Kandl, die gerade bei Christine König unter Beweis stellt, dass das allfällige kunstkritische Generalkriterium politischen Engagements manchmal tatsächlich nicht nur Gerede ist. Ausstellung des Jahres in einem öffentlichen Forum: Didi Sattmann, der Porträtist der hiesigen Kunst- und Wunderkinder, mit seiner kleinen, feinen Schau im historischen Museum der Stadt Wien, das weitaus mehr Präsentationen von dieser Sorte vertragen könnte. Ausstellung des Jahres in einer Galerie: Hans Jörg Mayer bei Gabi Senn, bei dem wir zur Erklärung auf die im artmagazine.cc erschienene Rezension verweisen. Flop des Jahres: Das Quartier 21, das zwischen den Ewigmorgigen um das Museumsquartier herum und den Ewiggestrigen in dessen Innenhof nach einem Publikum und einer Raison d`Etre sucht. Kurator des Jahres: Cathrin Pichler, die mit der ebenso kargen wie klugen Perspektive auf Antonin Artaud im Mumok nachdrücklich daran erinnerte, dass man Kuratoren und Kommissäre durchaus auch vor der Haustüre finden kann.

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