
Wolfgang Ölz,
Der Leitwolf der (modernen) Kunst
Wie ein Wolf die Schafherde, so umkreiste Wolfgang Flatz nackt, die Hände mit Handschellen gefesselt, das Vernissagepublikum bei jener aufsehenerregenden Performance im Kunstraum Innsbruck im Frühjahr 2010, bei der Flatz 1200 Mal seinen Kopf gegen aufgestellte Stahlplatten schlug.
Flatz ist ohne Frage der Leitwolf der (modernen) Kunst geworden. Die Rettung der medial infantilisierten Gesellschaft kommt heute ja kaum mehr von den klassischen Sinnbringern. Radikalen Performance-Künstlern vom Format eines Wolfgang Flatz, der in seinen Aktionen die Gedanken der Menschen offenbar macht, zeigen, wie es gehen könnte. In seinem Museum in Dornbirn sind nun unter dem Label „Radikale Gesten“ seine Arbeiten in drei zusätzlichen, geräumigen Ausstellungsboxen im Kontext zeitgenössischer Positionen zu sehen. Dazu ist auch ein Künstlerbuch erschienen, das nicht nur die kompromisslose gegenwärtige Position des Ausnahmeperformers, sondern auch seinen unaufhaltsamen Aufstieg zeigt. Dass das Talent von Flatz 1979 in der legendären Ausstellung „Europa 1979“ bereits im Alter von 27 Jahren und bereits mit documenta 6 - Erfahrung (1977) erkannt wurde, spricht dafür, dass der so oft in Frage gestellte Kunstbetrieb funktionieren kann. Flatz ist ohne Frage ein schwerer Junge im Kunstgeschäft, ein Kaliber von kunsthistorischem Format, der erklärte Leitwolf der Kunstliebhaber und Kunstphobiker eben, von dem, mittlerweile 58jährig, noch viel an beispielhaften Aktionen zu erwarten sind.
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