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Fatima Hellberg ├╝bernimmt ab Oktober 2025 die Leitung des mumok

Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer stellte heute im Rahmen einer Pressekonferenz Fatima Hellberg als neue Generaldirektorin des mumok vor. Die wird die Position im Oktober 2025 von Karola Kraus übernehmen, die sich nicht mehr um eine Verlängerung ihres Vertrages beworben hat.

Fatima Hellberg, geboren 1986 in Schweden, ist aktuell Direktorin des Bonner Kunstvereins. Davor hat sie Ausstellungen an internationalen Institutionen kuratiert, darunter die Tate Modern, London; das Institute of Contemporary Art, London; CCA Wattis Institute for Contemporary Arts, San Francisco; Malmö Konsthall und Museion, Bozen. Hellberg studierte Visuelle Kulturen und Kunstgeschichte an der Universität Oxford sowie Curating Contemporary Art am Royal College of Art in London. Sie lehrte und hielt Vorträge u. a. am Sandberg Institute in Amsterdam, an der Städelschule in Frankfurt/Main, an der Universität Oxford, an der Kunstakademie Düsseldorf sowie der Akademie der bildenden Künste Wien. Hellberg ist Herausgeberin und Autorin zahlreicher Kataloge und verfasste Beiträge für Zeitschriften wie Texte zur Kunst, Frieze Magazine, Kunstkritikk, Afterall und Kunstforum. Unter ihrer Leitung erhielt der Bonner Kunstverein einige Auszeichnungen, zuletzt den ADKV- ART COLOGNE Preis als „Kunstverein des Jahres 2022“.

Eine Institution in der Größe des mumok und Museum hat Fatima Hellberg allerdings bisher noch nicht geleitet und so betonte Staatssekretärin Mayer im Rahmen der Pressekonferenz auch, dass es für Hellberg „an der Zeit sei“, die Leitung eines Museums zu übernehmen. Mit ihren jetzt 38 Jahren wird sie auch die jüngste Direktorin eines Bundesmuseums sein.

In ihrem Statement betonte Hellberg, zunächst unterschiedliche Ebenen der Museumsarbeit die sie unter dem Begriff des Brückenbauens subsummierte. Sie wolle das mumok als „Living Museum“ positionieren, die Institution mit Leben füllen, ein Gefühl der Zusammengehörigkeit fördern und eingespielte Konventionen des Ausstellungs-Machens aufbrechen. Auch der Begriff der Gastgeberschaft ist für Hellberg ein wichtiges Element ihrer zukünftigen Museumsarbeit. Sie sieht die Kunstszene als ein Ökosystem und will auch die Kooperation mit den weiteren Kunstinstitutionen in der Stadt Wien suchen. Sie wolle auf jedenfall die „Liveness“ also das Erleben im Hier und Jetzt für die Besucher:innen ermöglichen. Gefragt nach ihrem Verhältnis zu den gerade in Deutschland sehr präsenten Diskussionen um die Auseinandersetzung der Israelischen Armee und der Hamas musste Hellberg zugeben, den ersten offenen Brief des Artforum unterschrieben zu haben. In diesem Brief ging es zwar um die absolute Ablehnung jeder Form von Gewalt an Zivilpersonen, unabhängig von ihrer Identität, doch die Hamas und das Massaker vom 7. Oktober wurden in keiner Weise erwähnt (was später dann noch korrigiert wurde). Ihr sei auch wichtig, dass es keine Toleranz für zivile Opfer gebe, so Hellberg. Das sei ein humanistischer Grundwert.

In ihrer Museumsarbeit tritt Fatima Hellberg für eine Verbindung der Sammlung des mumok und der aktuellen Kunstproduktion ein, was Karola Kraus unter ihrer Direktion schon mehrfach vorgelebt hat, wie z.B. mit der Intervention von Jakob Lena Knebl in die mumok-Sammlung. Zum weiteren Arbeiten mit der Sammlung und ihrer Weiterführung konnte Fatima Hellberg noch keine konkreten Details nennen. Bis zu ihrem Antritt im Oktober 2025 bleibt jedoch noch Zeit zu überlegen, wie ihre Ankündigungen dann konkret mit Leben zu füllen sind.

In ihrem Amt bis 2030 bestätigt wurde die aktuelle wirtschaftliche Geschäftsführerin des mumok, Cornelia Lamprechter.

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im Bild v.l.n.r.: Fatima Hellberg, Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer und Cornelia Lamprechter.

Mehr Texte von Werner Remm

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Ihre Meinung

1 Posting in diesem Forum
doch ein posting
Brigitte Huck | 22.04.2024 10:29 | antworten
Ich kenne Fatima Hellberg nicht, und wünsche ihr das Beste. Allerdings möchte ich schon anmerken, dass es mich einigermassen verstört, wenn Kolleginnen (aus welchen Gründen auch immer ?) nicht davor zurückschrecken, Pamphlete zu unterschreiben, die den Hamas Terror einfach ignorieren.

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