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Tone Fink - ansicht.sache: Der Papierbearbeiter

Tone Fink ist am 1. Jänner 80 Jahre alt geworden. Bevor im Juli die große Jubiläums-Ausstellung im Palais Thurn und Taxis in Bregenz beginnt, hat aktuell die Galerie Hrobsky eine kleine Auswahl aus Finks umfangreichen Schaffen zusammengestellt. In der Galerie sind Werke von den 1980er Jahren bis zu den aktuellsten Produktionen versammelt. Naturalistische, aber dennoch „vertonte“ Naturskizzen, Acrylmalerei auf Leinwand, die dann wieder bearbeitet, perforiert oder dreidimensional aus der Farbtube erweitert wird und natürlich Papierarbeiten in all ihrer Vielfältigkeit.

Tone Fink ist ein äußerst umtriebiger Künstler in allen Kunstgattungen. In Zeichung und Malerei fühlt er sich ebenso zu Hause, wie im Dreidimensionalen, wo er teils recht skurrile Masken oder benutzbare, möbelähnliche Konstrukte herstellt. Stoff-Kollektionen der Vorarlberger Textilfirma Josef Otten gehören ebenso zu seinem Werk wie Ausflüge ins Filmische mit Skandal ob des zu sehenden Drogenkonsums und einige Zeichentrickfilme natürlich. Die Zeichnung ist das natürliche Habitat des „Artone“, wie er sich in seinen Sprachspielereien oft selber nennt. Auf dem Papier wird gekratzt und gekritzelt und Wortneuschöpfungen festgehalten. Wenn das Material die oftmals grobe Behandlung nicht aushält, dann wird es einfach geflickt und weiter bearbeitet bis es dem Künstler passt.

Bei der Arbeit an seinen Werken zu einem Ende zu kommen, fällt dem immer noch hochaktiven Künstler allerdings schwer. Manchmal gefällt ihm die Rückseite einer Zeichnung besser als die Vorderseite, weil se sich reduzierter zeigt, als die überladene Vorderseite.

Aufgrund seines Einfallsreichtums ist Tone Fink auch einer, den man als „Artist’s Artist“ bezeichnen kann. So wie er sich Inspiration von Künstlern geholt hat, wird seine zeichnerische Arbeit von vielen Kolleg:innen hoch geschätzt. „Das Papier steht für mich stellvertretend für die Weltenhaut, die Erde und ihre Verletzlichkeit“, so Tone Fink. Reissen, Schneiden, Lochen, Stechen, alles was er dem Papier im Gestaltungsprozess zufügt, wird zuletzt wieder repariert und geklebt, wengleich der ganze Prozess sichtbar und erfahrbar bleibt.

Dass es „nicht so schnell hinauf geht“, wünscht sich Tone Fink zum Geburtstag, und dass er noch lange „das Papier drangsalieren kann“. Wir schließen uns seinen Geburtstagswünschen an.

Mehr Texte von Werner Remm

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Tone Fink - ansicht.sache
04.04 - 11.05.2024

Galerie Ulrike Hrobsky
1010 Wien, Grünangergasse 6
Tel: +43 1 513 76 76, Fax: +43 1 513 76 09
Email: galerie@hrobsky.at
http://www.galerie-hrobsky.at
Öffnungszeiten: Di - Fr 11 - 18 Uhr, Sa 11 - 15 Uhr


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