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Die J├Ąger des verlorenen Schatzes

Sind die NFTs zurück? Dass sie in der Kunstwelt trotz des aktuellen Markteinbruchs eine Zukunft haben, davon ist Daniel Lenikus, Mitgründer und Geschäftsführer der europäischen NFT-Plattform Tokapi mit Sitz in Portugal überzeugt. Die Plattform ermöglicht den Kauf von NFTs ohne eigene Wallet und ohne dass man selbst Kryptowährungen kaufen muss. Um die Plattform zu promoten, konnte er das Kunsthistorische Museum davon überzeugen, trotz aller Probleme die viele Museen zuletzt im NFT-Markt hatten, eine Kooperation mit dem in Los Angeles lebenden Illustrator und Animator Ronald Kuang, besser bekannt für seine NFTs, die er unter dem Pseudonym Seerlight veröffentlicht hat.

Zwei NFTs in Form von kurzen Animationen hat Seerlight für diese Kooperation mit dem Titel „Digital Renaissance“ gestaltet. Eines, betitelt „Mirage“ zeigt die architektonische Silhouette des Museums in einer Gartenlandschaft und ist in einer Auflage von 10 Stück zum Fixpreis von € 3.333,- zu erwerben. Die zweite kurze Animation ist eine digitale Version der „Jäger im Schnee“ des niederländischen Renaissance Malers Pieter Bruegel der Ältere. Seerlight hat dem Bild aus dem Jahre 1565, das zu den Top-Werken in der Sammlung des Kunsthistorischen Museums zählt, in der rechten oberen Ecke eine hüpfende Mondsichel hinzugefügt sowie einige animierte Rauten, die wohl blinkende Sterne simulieren sollen, einem Instagram-Filter nicht unähnlich und in einigen Illustrationen von Seerlight zu finden. Ansonsten wirkt das digitale Bild als hätte man die Abbildung des Originals durch einige Filter eines Grafikprogrammes laufen lassen um die Konturen zu verstärken und diese dann mit verschiedenen Farben ausgefüllt. Ohne die Animation wirkt das Bild wie aus einer „Malen nach Zahlen“-Vorlage.

Für 100.000 Euro kann man sich das File, das es in einer Auflage von zwei „Stück“ gibt, mit entsprechendem Contract in die eigene digitale Sammlung holen. Nach aktuellem Kurs entspricht das rund 59 Ether. Während des NFT-Hypes im Jahr 2021 hätte das einem Wert von 240.000 Euro entsprochen und einige NFTs von Seerlight haben zu dieser Zeit diesen Wert auch erreicht und sogar übertroffen. Aktuell liegen die Angebote für seine Werke aber deutlich darunter.

Das dürfte auch der Grund sein, dass der Verkauf der beiden Illustrationen, die am 23. März um 19 Uhr unserer Zeit gestartet wurde eher schleppend verläuft. Von den 10 Stück der Edition wurden aktuell drei verkauft und die „Hunters in the Snow“ so der Titel der Bruegel- Bearbeiteung ist derzeit noch zu haben. (Stand 24.03.2023. 13:00 Uhr)

Für das KHM ist der eigentliche Verkauf nicht von Bedeutung. Es wurde lediglich das Foto des Gemäldes gegen Entgelt zur Verfügung gestellt und je eine Kopie der beiden Werke wird in der digitalen Sammlung des Museums gespeichert. Die Kooperation mit Tokapi ist für das Haus ein Versuch, eine junge Zielgruppe mit den Werken der alten Meister zu erreichen.

--> Hier geht es zum Drop bei Tokapi

Mehr Texte von Werner Remm

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