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Luxemburg Art Week 2018

50 Aussteller aus sieben Ländern, davon 32 in der Positions genannten Abteilung für international renommierte Galeristen und 18 Positionen im Take Off, in dem sich Galeristen, Künstlerkollektive und Kultureinreichtungen mit Kunstwerken aus dem niedrigen Preissegment präsentierten, bildeten die Messe in der Halle Victor Hugo.


Zudem gab es Art Talks, bei denen die nicht vorhandene Ausbildung der Luxembourger Künstler ein großes Thema war. Exilkünstler, die vor allem in Berlin studiert haben und nun dort auch leben berichteten von den mangelnden institutionellen Unterstützungen in Berlin und den Museen, wie dem Casino in der Hauptstadt des Großfürstentums, in dem sie Anerkennung finden. Das Casino war auch Initiator des Messe-Ausstellungsprojektes Class Trip, kuratiert von Casey Detrow. Ausgangspunkt von Class Trip sind Ursprung und Geschichte von zwei modernen Freizeitbeschäftigungen - Picknick und Safari. Einerseits stehen beide Begriffe für Erholung, Reise und Vergnügen andererseits handelt es sich dabei aber auch um kleinbürgerliche / (neo-) koloniale Aktivitäten.


Die Qualität der auf der Messe gezeigten Werke entspricht einer gehobenen Selektion. Arbeiten von Bernar Venet waren an mehreren Ständen zu sehen. Die Galerie Jean Greset aus Etuz-Besancon brachte eine Vielzahl von Bernard Aubertin-Werken mit nach Luxembourg. Die Op-Art Werke von Thomas Canto waren in der Bermel von Luxburg Gallery aus Berlin zu sehen.


Aus Montpellier brachte die Galerie Clemence Boisante Werke von Eliza Fantozzi, die in Paris und Sete lebt, mit. Bei ihr wird der Eiertanz und die Verehrung der Jungfrau neu definiert.
Jonathan Callan, schafft aus Büchern Kunstwerke. Der in der Galerie Martin Kudlek vertretene Künstler hat gegenwärtig eine Ausstellung im Kunstmuseum Villa Zanders in Bergisch Gladbach.
Troels Carlsen sehe ich immer gerne. Seine surrealen Tiercollagen und Überarbeitungen waren bei Jarmuschek + Partner zu sehen. Einen Stand der anderen (Eat-)Art hatte Du Vague a l´art reloaded aus Luxembourg. Die Strausseneier von Isabelle Federkeil oder die auf Ziegenleder gemalten Stilleben von Dany Prum wurden stilecht mit heimischem Likör angeboten.
Die Wäscherumpelinstallation mit Barbiepuppen und einem Schildkrötenpanzer hinter Plexiglas aus dem Oeuvre von Daniel Spoerri hatte die Pariser Galerie Anne Barrault im Gepäck.
Lokalmatador F. Hessler zeigte Arbeiten von Hans Hartung und Pierre Soulages.
Und Österreich? Der einzige Vertreter war Ernst Hilger, der Joannis Avramidis, Anton Kannemeyer, Jakob Kirchmayr, Andreas Leikauf, Mel Ramos und Martin Tardy mitbrachte.


Eine wahre Entdeckung an der Messe sind die Werke von Catherine Lorent. Die 1977 geborene Künstlerin hat 2013 den Luxembourger Länderpavillon an der Biennale in Venedig mit ihrem Projekt Relegation, einer Ausstellung, die auf einem barocken, erweiterten Kunstbegriff gründete, bespielen dürfen. Neben ihrem musikalischen Werk überzeugt sie mit Heraldik, die man so noch nicht gesehen hat. Sepia mit einer Aquarell-Mischtechnik geben einem Familienwappen neben der Darstellung von Gitarren, wilden Tieren und Alltagsgegenständen ein Verlangen nach "will haben".
Die Wahrheit ist, dass die Künstlerin dieses Jahr auch an der Parallel und in der Wiener Art Foundation ausgestellt hat, was an mir vorüberging. Auf der Messe in Luxembourg waren Werke im Hamburger Polarraum Project Space und im kollektiven Projekt Transitus Immobilis zu sehen.


Und abseits der Messe? Da sammelt Arendt & Medernach - die sich selbst als "Luxembourg's leading legal and business services firm" bezeichnen - unter der Leitung von Paul di Felice Fotografie. Was wir bis dato vielleicht auch nicht wahrgenommen haben - Arendt ist einer der Hauptsponsoren des Monats der Fotografie. Sie vergeben auch den European Month of Photography Arendt Award.


So viel zu einem kleinen Land, inmitten Europas, über dessen Kunstszene es noch viel zu berichten gibt.

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