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Pierre Descamps gewinnt den SpallArt Prize Salzburg 2019

Aus 157 Bewerbungen wählte die Jury (Nicolaus Schafhausen, Karin Peyker und Andrew Phelps) den 1975 in Amiens, Frankreich, geborenen und seit 2008 in Berlin lebenden Künstler Pierre Descamps als Gewinner des mit 4.000 Euro und einer Residency im Salzburger Kunstverein dotierten SpallArt Prize.


Pierre Descamps’ Œuvre umfasst Fotografien, Wandobjekte und bildhauerische Arbeiten und befasst sich vornehmlich mit urbaner Architektur. Sein klar definierter, geometrischer Fokus betont den Formalismus des Städtebaus und die von Skateboardern verwendeten Barrieren. Ein weiterer Blick enthüllt jedoch, dass seine Arbeiten eine Art Periphrase aus den Materialen darstellen, die zwei gegensätzliche Kulturen konfrontieren: einerseits eine populäre Kultur und andererseits eine elitärere, die auf dem ausgeklügelten Vermächtnis der konzeptionellen Bewegungen des 20. Jahrhunderts beruht: die sterilen Bilder der Düsseldorfer Schule (die Bechers, Thomas Ruff, Thomas Demand) und der blasse Einfluss des Pop (Ed Ruscha, Baldessari). Während seine Skulpturen und Fotografien an minimalistische geometrische Kompositionen erinnern, haben die verwendeten Materialien und seine Art der Herstellung ganz andere Konnotationen. Andererseits sind Descamps‘ Bilder – im Gegensatz zur populären Ikonografie, die man normalerweise in der Skateboarding-Kultur findet – steril und frei von menschlichem Leben. Abbildungen von körperlicher Arbeit ohne Arbeiter, von Skatern ohne Skateboard, also Praktiken die zutiefst mit menschlichen Beziehungen verbunden sind, sind zweifellos ein Weg, Aktivitäten, die natürlicherweise auf Straßen stattfinden, zu monumentalisieren und können in enge Verbindung mit vielen weiteren spontanen Treffen gebracht werden, die gelegentlich die Grundlage des Etablierten erschüttern.


Pierre Descamps wuchs in einer kleinen Industriestadt umgeben von Wäldern und Ghettos und im Nordosten Frankreichs auf. Nachdem er sich an der Kunstfakultät in Straßburg versucht hatte, machte er in Lyon eine Berufsausbildung in Kunststoffverarbeitung und absolvierte darauffolgend den Master of Arts an der Villa Arson in Nizza. Er zog nach Berlin, wo er bis heute lebt und arbeitet. Neben seiner eigenen künstlerischen Tätigkeit arbeitet er als freier Restaurator für internationale Galerien, eine Arbeit, die ihm Einblick in den heutigen Kunstmarkt ermöglicht.


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Abbildung: Pierre Descamps

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