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Großer Kunstpreis des Landes Salzburg 2018 an Manfred Grübl

Der mit 15.000 Euro dotierte Große Kunstpreis des Landes Salzburg  geht an den 1965 in Tamsweg (Lungau/Salzburg) geborenen Manfred Grübl.


Die Begründung der Jury:
Manfred Grübl hat eine eigene, spezielle Art des künstlerischen Denkens entwickelt. Sein vielfältiges Werk ist eigenständig, facettenreich und von intelligentem Humor geprägt. Der Künstler, der Bildhauerei studiert hat, schafft Objekte und Installationen, in denen sich immer etwas bewegt oder etwas zu hören ist; er setzt Fotografie und Film ein – vor allem, um seine Performances und Aktionen zu dokumentieren. Manfred Grübl hinterfragt in seinen Arbeiten das Kunst-System – und andere Systeme – in technischer und sozialer Hinsicht.


In der Ausstellung im Traklhaus ist Manfred Grübl mit vier unterschiedlichen Arbeiten vertreten:


Ein sich drehender Kronleuchter mit Maiskolben aus Kunstharz schwebt knapp über dem Boden. Er verweist mit kritischem Blick auf die Problematik der Energiegewinnung aus Nahrungsmitteln. „Mais gehört zur Gruppe der Energiepflanzen. Wird er als Biosprit zweckentfremdet, steigen die Preise und unterschiedliche Bevölkerungsgruppen können sich Mais als Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten“, so der Künstler.



Zwei Fotografien dokumentieren eine der zahlreichen Performances, wie sie Grübl z. B. 2011 in einem Ausstellungsraum in Mexiko realisiert hat. Während der Dauer einer Ausstellungseröffnung waren acht uniform gekleidete Personen nach einem speziellen System im Raum positioniert und blieben so während der gesamten Zeit stehen. Je leerer der Raum wurde, desto besser war dieses Aufstellungssystem zu sehen, das im mit Besuchern vollem Raum kaum wahrgenommen werden konnte.


Im Studio zeigt ein Video, das der Künstler bereits 2005, teilweise von einem Baukran aus gedreht hat, eine vertikale Kamerafahrt durch ein Gebäude und in die darunter liegende U-Bahn. Es soll die Arbeitsweise von Überwachungskameras veranschaulichen, noch bevor Drohnen eingesetzt wurden.


Daneben ist ein Wand-Objekt aus 10 DVD-Playern zu sehen, die kontemplativ in einer bestimmten Choreographie ihre Laden öffnen, schließen und mitteilen, was sie ausführen: „open – close - no disc“. Nicht die Funktion der Player (es wird damit nichts abgespielt), sondern die reine Technik steht im Vordergrund, und der Versuch von technischen Geräten, mit den Menschen zu kommunizieren.

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