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Eva Schlegel - Spaces: Eva Schlegel schafft Räume

In der Kunsthalle Krems ist bereits seit 1998 eine Glaswand mit unscharfer Schrift montiert und schafft so eine Brücke zwischen Zentralraum und Sichtbetonrampe (von Adolf Krischanitz). 


Eva Schlegel dazu: "Die kaum wahrnehmbare Materialität des Glases ist bei dieser Arbeit aus mehreren Gründen notwendig, da meine Arbeit auch immer eine Untersuchung des Raumes ist, des architektonischen wie immateriellen Raumes. Einerseits schwebt der Text scheinbar im Raum, die Grenze zwischen Erscheinen und Verschwinden wird nicht definiert, andererseits ermöglicht Glas aber auch die Überlagerung verschiedener Texte."


Vergangenes Jahr wurde die Arbeit aktualisiert und eröffnet nun einen wunderbaren Blick auf das filmische Werk, das in kosmische Räume entführt. Die Menschen scheinen zu schweben - der alte Traum des Fliegens scheint möglich geworden zu sein. 


Im Oberlichtsaal findet eine Raumerweiterung mit großformatigen Fotografien statt, die  Architektur von Innenräumen - zumeist Räumen der Kunst - thematisieren. Durch Unschärfe und Betonung von Licht abstrahieren die Fotografien, die in zahlreichen Produktionsvorgängen technisch entschärft werden. Die auf Hahnemühle Papier gedruckten Werke sind in Raumkästen gerahmt, die von sich aus das Schweben im Raum nochmals unterstützen.


In der Dominikanerkirche gibt es keinen Altar, so hat Eva Schlegel einen Pavillon, einen Schutzraum, in den Chorbereich gebaut. Der Besucher kann und darf verweilen und wird zum sitzen eingeladen. Wer sich traut, sieht sein Spiegelbild - in der Kirche, dem Ort der Wahrheit, vielleicht eine Art Beichte gegenüber sich selbst? In jedem Fall ist es eine Reflexion in materialtechnischer und selbsterkennender Weise.


Im Übrigen wurde das Innere der Kirche geöffnet. Die Künstlerin hat mit verschiedenen Ebenen und Spiegelanordnungen eine Verbindung mit der Sakralarchitektur geschaffen, geht aber durch Reflexionen in die unendliche Tiefe (die vermeintliche Unterwelt) und in die unendliche Höhe (ist das schon der Himmel?). Verloren, wie der biblische Mensch oft ist, der "arme Sünder", wie Erdenbürger oft genannt werden, muss man sich im Irrgarten der Raumexpansionen finden.


In Freudschen Worten sprechend - wen sehen wir? Das Ich, das Über-Ich oder das Es? In jedem Fall ist man eo ipso nie allein, auch wenn man nur sich selbst ist.
Leere und Fülle, das sind zentrale Themen der künstlerischen Praxis.


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Die Ausstellung in der Dominikanerkirche Krems ist noch bis 14.Oktober geöffnet.


Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Elisabeth von Samsonow, Florian Steininger und dem Kurator Andreas Hoffer. 


Zudem gibt es eine Edition mit der Auflage 30, die in Zusammenarbeit mit der Galerie Krinzinger entstanden ist (oT, 2018, Pigmentdruck auf Hahnemühlepapier).

Eva Schlegel - Spaces
01.07 - 04.11.2018

Kunsthalle Krems
3500 Krems, Franz-Zeller-Platz 3
Tel: +43-2732 90 80 10, Fax: +43-2732 90 80 11
Email: office@kunstalle.at
http://www.kunsthalle.at
Öffnungszeiten: Di - So und Mo wenn Feiertag 10-18 Uhr; in den Wintermonaten 10-17 Uh


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