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(Markt)Objekt der Woche: Bopparder Furniermöbel

In seiner Werkstatt in Boppard (Deutschland) experimentierte Michael Thonet Mitte des 19. Jahrhunderts mit dünnen, verleimten Holzfurnieren und Schichtholztechnik, die er mittels Biegeformen zu Schnecken und Schlaufen formte. Nach seiner Übersiedlung Richtung Wien entstanden Sitzmöbel im Stil des zweiten Rokokos, die heute als museumsreife Dokumente des beginnenden Industriezeitalters gelten. Im Dorotheum gelangten am 19. Mai im Rahmen der Auktion Möbel und dekorative Kunst zwei Sesselpaare zur Versteigerung. Allein ihre kulturhistorische Bedeutung rechtfertigt bereits einen "Eintrag" in unsere Rubrik "Objekt der Woche". Es gibt noch einen zweiten, viel schwer wiegenderen Grund: die Ausfuhrsperre des Bundesdenkmalamtes für eines der Paare und damit die seltene Gelegenheit einen direkten Vergleich aus der Sicht des Marktes dokumentiert zu haben. Jenes Paar mit der originalen, allerdings leicht verschlissenen Rattanrohrbespannung musste innerhalb des Landes bleiben. Statt der geschätzten 6000-8000 musste Patrick Kovacs 17.000 Euro berappen. Für das andere, nicht mit dem Ausfuhrverbot belegte Paar, machten sich deutsche Interessenten stark und bewilligten schließlich stolze 30.000 Euro - nicht auszudenken, wie viel die beiden authentischeren, nun im Wiener Handel befindlichen Sessel, bei realen Marktbedingungen lukriert hätten!

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