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nackte männer - von 1800 bis heute: Vom Fehlen der Feigenblätter

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Die Erkenntnis ist nicht neu: Frauen müssen nackt sein, um ins Museum zu kommen. Und was müssen nackte Männer tun, um ihnen gleich zu tun? Sie müssen Helden sein, der Heiland oder zumindest heilig. Adam ist auch so ein Klassiker, aber der hatte nun wirklich nichts anzuziehen, bisweilen konnte bei Darstellungen ein Feigenblatt Abhilfe schaffen oder ein strategisch bestens positioniertes belaubtes Zweiglein, damit niemanden die verschreckte Schamröte ins Gesicht stieg. Während der unverhüllten Weiblichkeit schon diverseste Ausstellungen gewidmet wurden, waren nackte Männer bislang noch nie eine seriöse museale Präsentation wert. Nun gibt es gleich zwei davon in Österreich, das Thema scheint in der Tat in der Luft gelegen zu haben, im Leopold Museum nähert sich das Kuratorenduo Elisabeth Leopold und Tobias G. Natter dem Thema mit einem nach gerade klassischen Konzept, was der Ausstellung nicht unbedingt schadet. Der männliche Akt gehörte bereits von Anfang an zur akademischen Künstlerausbildung. Der anatomisch richtige wohl proportionierte Körper in den absonderlichsten Posen und Bewegungen, die Modellierung einzelner Muskelpartien, der Vergleich mit dem Idealbild der Antike, all das wurde studiert, skizziert, geformt, allerdings nur vom männlichen Teil der Kollegenschaft, diente doch die Arbeit im Aktsaal beispielsweise in Wien bis ins zwanzigste Jahrhundert hinein als Begründung, Frauen von der Kunstakademie fernzuhalten. Studienblätter, später auch mit der Unterstützung der Fotografie, gab es freilich genug, indes gezeigt wurden diese in einem musealen Kontext eher selten. Erst mit der Wiener Moderne und deren einschlägigen Helden Richard Gerstl, Egon Schiele oder Anton Kolig wird der männliche Akt als solches zum zentralen Bildthema, im Falle der beiden ersteren auch zum Ort der Selbstbefragung, der Inszenierung eines völlig bloßgelegten Ichs. Nach einem Prolog mit fünf nackten Männern aus fünf Jahrtausenden, unter anderem dem „ältesten nude in town“ (zit. Natter) einem ägyptischen Hofbeamten 2400 v. Chr. hat man sich mit dem Klassizismus, der Moderne und den Entwicklungen der Nachkriegszeit, drei Schwerpunkte herausgegriffen, die auf entsprechende Neuerungen oder zentrale Fragestellungen hin untersucht werden. Die Ausstellung verzettelt oder verliert sich nicht, erhebt trotz ihrer Fülle keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie zeigt bisweilen bemerkenswert Großartiges wie weniger großartig Bemerkenswertes. Nicht alle der gezeigten Positionen sind nun makellos, die Konzeption hingegen ist nahezu frei von Tadel. Was will man mehr?
nackte männer - von 1800 bis heute
19.10.2012 - 04.03.2013

Leopold Museum
1070 Wien, Museumsquartier
Tel: +43 1 525 70-0, Fax: +43 1 525 70-1500
Email: leopoldmuseum@leopoldmuseum.org
http://www.leopoldmuseum.org
Öffnungszeiten: Mi-So 10-18 h


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