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Djinni in a Bottle - Materialisation und Medialität: Technologisch up-to-date

„Djinni in a Bottle – Materialität und Medialität“ nennt sich die neueste Ausstellung in der Galerie Lisi Hämmerle in Bregenz, die gleichzeitig ein Projekt der Lehrenden an der Abteilung Digitale Kunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien darstellt. In der aus dreieckigen Raumelementen konstruierten Ausstellungsarchitektur von Wolfgang Fiel finden sich die 16 Positionen, die allesamt Endprodukte des sogenannten „Rapid Prototyping“ präsenntieren. Gemeint ist damit der dreidimensionale Druck verschiedener digitaler Modelle, die in Werkstoffen wie Gips, Kunststoff und Metall gefertigt werden. Tommy Schneider spielt in seiner Arbeit „Moment_02“ mit verschiedenen Zeitebenen. 13 Minuten benötigte er um ein Häufchen geriebenen Kren in 360° Drehung aufzunehmen. Diese computerverarbeitete Aufnahme wurde dann benutzt, um das Ausstellungsstück im 3D-Drucker innerhalb von 95 Stunden in ABS auszudrucken. ABS ist ein künstlicher Werkstoff und nennt sich mit vollem Namen Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat. Dieser Vorgang, ein reales Objekt computergestützt aufzunehmen und im Anschluss mit einem 3D- Drucker auszudrucken ist für die gesamte Ausstellung konstitutiv. Ergänzend zu den Objekten hat jede/r Künstler/in noch einen anspruchsvollen, die Arbeit theoretisch verortenden Text, verfasst, der an der Galeriewand dem Objekt beigefügt ist. Analog zur Neuheit des technischen Verfahrens für die Kunst, wurden nicht nur KünstlerInnen eingeladen, ihre Vorstellungen zu verwirklichen. So arbeiteten etwa KuratorInnen und TheoretikerInnen wie Romana Schuler oder Roland Schöny (dieser übrigens gemeinsam mit dem Künstler Hand Newidal) an ihren hybriden Artefakten. Weitere KünstlerInnen in dem Projekt sind Wolfgang Fiel und Sophie-Carolin Wagner, die in „Hypermemory“ versuchen, einen Vorgang durchzuspielen bei dem „Veränderung die einzige Konstante“ ist, Margarete Jahrmann, die mit ihrem „Cybernautic Sail“ zu einer Neuinterpretation des Digitalen als künstlerisches Forschungsfeld beitragen will, Nicolaj Kirisits, Peter Koger, Bernd Kräftner mit Ashley Holwell, Martin Kusch, Jan Lauth, Lydia Lindner, Max Moswitzer, Niki Passath, Tommy Schneider, Ruth Schnell, Veronika Schnell, Franz Schubert, und Stefanie Wuschitz. Das vorliegende Forschungsprojekt wurde von der Leiterin der Abteilung Digitale Kunst der Wiener „Angewandten“, Ruth Schnell, initiiert. So wie etwa die Arbeit mit Videos in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in die Kunstproduktion eingebunden wurde, so wird hier die 3D-Print-Technologie in die künstlerische Praxis eingeführt. Die Kunst zeigt sich hier technologisch up-to-date, wiewohl die Schattenseiten des Fortschrittes in den meisten Positionen nicht ausgeklammert, sondern im Gegenteil an zentraler Stelle thematisiert werden.
Djinni in a Bottle - Materialisation und Medialität
16.05 - 30.06.2012

Galerie Lisi Hämmerle
6900 Bregenz, Anton-Schneider Straße 4a/I
Tel: +43 5574 47 319, Fax: +43 5574 47 319
Email: galerielisihaemmerle@drei.at
http://www.galerie-lisihaemmerle.at
Öffnungszeiten: Mi-Fr 15-19, Sa 11-14 h


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