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Art & Antique Hofburg: Showtime in der Hofburg

Fernab jener Jubelmeldungen, mit denen der Kunstmarkt Interessierte sonst versorgt, steht dieser Tage in Wien und Umgebung heftiges Grübeln auf dem Programm. Es geht nicht um die eine Milliarde Dollar, die innert einer Woche in New York für Kunst verprasst wurde, auch nicht um die immer neue Künstlerrekorde, die diese Industrie dann doch immer wieder auszuspucken imstande ist. Nein. Es geht darum, dass die Stimmung hinter den Kulissen sich selbst feiernder Messeevents eine völlig andere ist, als die Teilnehmer mit ihrem Ach-wir-sind-zufrieden-Singsang alle Welt glauben machen wollen. Auf der „Art & Antique“ – zur 43. Auflage des traditionellen Hofburg-Formats verpasste der Veranstalter sich diesen neuen Titel, dem mangels Wiedererkennungswert nur leider das Zeug zur „Marke“ fehlt – liegt diese Mentalität gerade im Trend. Mangelndes Preis-Leistungs-Verhältnis Tatsächlich ist die Realität brutal, böse und in Einzelfällen auch ungerecht. 47 Kunsthändler und Galeristen, die teils mit großem Aufwand ihr Programm vorbereitet haben und nun ihre liebe Not damit haben, die Ernte einzufahren. Kurz: Das Geschäft läuft besser als befürchtet aber sehr viel schlechter als erhofft. Nur, darüber will keiner der Betroffenen reden, ist bekanntlich schlecht fürs Geschäft. Wenn an der Freyung die Absatzquoten in der dreitägigen Kinsky-Auktionssause auf 33 bis 54 Prozent abschmieren, dann ist das nicht zwangsläufig einem mangelnden Preis-Leistungs-Verhältnis geschuldet. Nein, es liegt auch nicht an der Kaufkraft, die von den Palais Ferstel und Niederösterreich oder der Hofburg abgezogen wurde. Die Wahrheit ist, die Stimmung hat sich hierzulande in den Keller verzogen. Auch kein Wunder, angesichts permanenter Katastrophenmeldungen der europäischen Wirtschaftspolitik. Bitte in Sachwerte zu flüchten Was also tun? Die Antwort der 47 Teilnehmer: Showtime! Ein Modell, das sich schon in der Vergangenheit bewährt haben soll. Die Stellwände werden mit Flachware zugepflastert, Kunstgewerbe oder Bijouterie in Vitrinen geschlichtet und in jeden Kojenkubikzentimeter Möbel geschoben. Die Vielfalt des Angebots halt. Die Stammklientel oder Einmalkunden sollen in hier bitteschön ihr Begehr entdecken, reservieren, kaufen und bezahlen. Hach, die Flucht in Sachwerte kann ja doch so abwechslungsreich sein. Und irgendwie funktioniert diese Methode, mal besser, mal schlechter. Momentan schwankt es zwischen diesen beiden Polen. Manche – etwa jene, die ihre Klientel nicht schon über die unzähligen Herbstausstellungen abgefüttert haben – sind tatsächlich hoch zufrieden. Andere werden gerade noch die Spesen abdecken können. Und der Rest? Der sinniert über eine womöglich falsche Objektauswahl, brütet über das Aussterben der Sammlerspezies oder wälzt innovative Verkaufsstrategien. Und in einer ganz besonders dunklen Stunde könnte mancher Teilnehmer auch seine dreisten Preiskalkulationen hinterfragen. Nur so eine Anregung. Weil, wir sind hier in Österreich, in einem Land, wo die Anzahl jener, die momentan mehr als 50.000 oder 100.000 Euro auszugeben bereit wären, in der Minderzahl ist. Die Schmerzgrenze der Mehrheit liegt darunter, sehr deutlich sogar. Einen neuen Namen hätte diese Messe vermutlich weniger benötigt als eines Konzepts, das beispielsweise auch künftige Besuchergenerationen inkludiert. Darüber sollte man nachdenken, ganz offiziell.
Art & Antique Hofburg
05 - 13.11.2011

Art & Antique, Hofburg
1014 Wien, Hofburg / Heldenplatz
Tel: +43 (1) 587 12 93, Fax: +43 (1) 587 12 93 /DW 20
Email: office@mac-hoffmann.com
http://www.artantique-hofburg.at
Öffnungszeiten: 11 - 19 h


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