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The Queen: Art & Image: Keep smiling, Queenie

Einige der besten Epochen in der englischen Geschichte hätten sich unter den Zeptern von weiblichen Monarchen entfaltet, gab sich Winston Churchill hoffnungsfroh bei seiner Radioansprache, die dem eben verstorbenen König George VI Tribut zollen sollte. Georg, der -wie seit „The King's Speech“ allseits bekannt- ein gewaltiges Sprachproblem überwindend, seine Untertanen durch die Jahre des Krieges begleitete hatte, war tot, folgerichtig endete die Rede mit einem „God save the Queen“. Und an der Formel hat sich seit nahezu sechs Jahrzehnten nichts geändert. Wie keine andere Nation wird in Großbritannien die Tradition des Portraits hoch gehalten. Jahr für Jahr kann man in der National Portrait Gallery verfolgen, welche Vertreter der Politik, Wissenschaft, (Pop-)Kultur, auch des Adels, ganz aktuell für wert befunden wurden, dass ihr Konterfei in beliebigen Medien verewigt wird und Eingang findet in die nationale Kollektion. Ganz dem Auftrag der Institution entsprechend, zählen die Ausstellungen des Hauses zu diesem Thema zu den profundesten. Aus Anlass des diamantenen Thron-Jubiläums der Queen hat die National Portrait Gallery nun eine Ausstellung zusammengestellt, die anhand von offiziellen gemalten wie fotografierten Portraits, Bildern aus den Medien und dem Bildnis der Königin als Image und Ikone der zeitgenössischen Kunst die Jahrzehnte Revue passieren lässt: Eine Person, 60 Jahre und vielerlei Traditionen, Konventionen und deren Brüche, die mitunter zur Provokation für das Königshaus und deren Getreuen werden. Jamie Reids Gestaltung für das Cover der Single „God Save The Queen“ von den Sex Pistols, „Medusa“ von Hew Locke, der die unverkennbaren Umrisse der Monarchin mit allerlei Plastik-Tand und bunten Perlenschnüren ausfüllt oder auch Lucian Freuds schonungslos bis groteskes Portrait wurden von der Öffentlichkeit höchst kontroversiell aufgenommen. Die Dargestellte scheint darüber erhaben zu sein. Und was wäre schon zeitgemäß für die Gattung Herrscherportrait? Ist eine Krone notwendig? Oder doch der Admiralsumhang, den durch die Jahrzehnte Pietro Annigoni, Cecil Beaton oder Annie Leibovitz der Monarchin über die Schulter warfen? Regieren, Repräsentieren, aber auch das Image Korrigieren: Das englische Königshaus wusste stets mit der Macht der Bilder umzugehen. Gerade als die Sympathien im Lande nach dem Tod Dianas vollends zu kippen drohten, zeigte sich die Queen volksnah. Auch diesen Aspekt lässt die Ausstellung nicht aus. Nicht schlecht staunten die Briten, als für das offizielle Jubiläums-Portrait der Deutsche Thomas Struth beauftragt wurde. Das Ergebnis wird nun erstmals in der Ausstellung präsentiert, und man ist allenthalben ebenso „amused“ wie die Queen und ihr Ehemann. Soviel sei gesagt dazu: Es gibt sie doch, die zeitgemäße Darstellung.
The Queen: Art & Image
25.06 - 18.09.2011

Scottish National Portrait Gallery
EH2 1JD Edinburgh, 1 Queen Street
Tel: +44 (0)131 624 6336
http://www.nationalgalleries.org/
Öffnungszeiten: Täglich 10-17h, Do 10-19 h


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