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Start der Auktionssaison in Wien: Bilanz zur 83. Kunstauktion „im Kinsky“ und Vorschau auf die erste Auktionswoche des Jahres im Dorotheum (12. bis 14. April). International hat die Auktionsbranche ihre Rekordmaschinerie bereits angeworfen und gilt die Kunstmarktsaison längst als eröffnet. In Österreich geht das etwas beschaulicher von statten und wurden die ersten Wochen des Jahres noch zur Akquisition genutzt. Der Saisonauftakt erfolgte vergangene Woche mit der 83. Kunstauktion (29./30. März) für die „im Kinsky“ rund 900 Kunstwerke der Sparten Alte Meister, Antiquitäten, Klassische Moderne und Zeitgenössische Kunst bereit hielt. 250 Positionen dieser Auslese stammen aus der zwischen 1994 und 2010 entstandenen Sammlung Lepold 2. Am Ende notierte Otto Hans Ressler mit 3,6 Millionen Euro deutlich weniger als die erhofften 4,8 Millionen (untere Schätzwertsumme gesamt, der Anteil der Sammlung Leopold lag bei brutto 760.000 Euro. Es sind die letzten Umsatzzahlen die Otto Hans Ressler in seiner Funktion als Geschäftsführer verantwortet. Bereits Ende vergangenen Jahres hat er sich zum Pensionsantritt im Juni 2011 entschlossen. Ab dann steht er (geringfügig beschäftigt) „nur“ mehr als Auktionator und als Experte für Zeitgenössische Kunst zur Verfügung. In seiner Funktion als Geschäftsführer folgt ihm mit 2. Mai Nikolaus Schauerhuber, bislang Moderator bei Ö1 und Photographica-Auktionator bei Westlicht (Wien). Mehr Wald als Müller Den höchsten Zuschlag erteilte man bei 90.000 Euro (Kaufpreis 112.000) für Jan van Goyens Flusslandschaft mit einem Wirtshaus. Im März 2006 waren für das gleiche Werk bei Hampel (München) – entgegen der damaligen Taxe von 350.000 Euro – noch netto 100.000 zu berappen gewesen. Ohne Gebot blieb hingegen das Coverlot der Sparte Gemälde des 19. Jahrhunderts, Ferdinand Georg Waldmüllers Stillleben mit Austern und Fischen (150.000-250.000). Womit erwiesen ist, dass eine Provenienz „Leopold“ – selbst im Falle des Paradekünstlers des österreichischen Biedermeiers – auf dem Markt nicht zwangsläufige auch eine monetäre Wertschätzung zur Folge hat. Vielleicht auch, weil nahezu zeitgleich ein in der Qualität deutlich feineres Stillleben um die Gunst des Publikums buhlt: Im Rahmen der ersten Auktionswoche (12. bis 14. April 2011) des Jahres im Dorotheum gehört eine exotische Version mit Papagei (150.000-200.000) zu den Highlights der Sektion 19. Jahrhundert. Hyperaktives Jesulein Als Toplot der knapp 1300 Positionen starken Armada an Kunstwerken gilt ohne jeden Zweifel das Gemeinschaftswerk von fünf jeweils auf eine bestimmte Motivgattung spezialisierten Malern: Am „Goldenen Zeitalter“ arbeiteten neben den Brüdern Frans und Ambrosius Francken II auch Abraham Govaerts, Hans Jordaens und Alexander Keirincx. Die mit 400.000 bis 600.000 Euro angesetzte Taxe dürfte für versierte Händler und Museumskuratoren ausreichend verlockend sein. Nicht minder verheißungsvolle Köder hält auch die Sparte Antiquitäten bereit: Hier ein außergewöhnlich exquisiter kleiner Damensekretär (Möbel, 8.000-10.000) und ein Augsburger Deckelhumpen aus Elfenbein mit Silbermontierung (Silber, 38.000-48.000), dort eine Gotische Madonna mit einem hyperaktiven Jesulein (Skulpturen, 55.000-70.000) oder ein von Anton Kothgasser auf Glas gebannter apportierender Pudel (Glas & Porzellan, 6000-9000).

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