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Yves Oppenheim: Zurück zum Start

Stell Dir vor, es ist Eröffnungsabend in der Wiener Innenstadt, du betrittst die Galerie Charim und siehst dort Bilder eines gewissen Yves Oppenheim. Tafelbilder sind es, abstrakte Malereien. Sie wirken ziemlich grobschlächtig, die Farben wie mit breitem, borstigen Pinsel aufgetragen, sie wirken, wie sie ihre Bahnen ziehen, ziemlich zerstreut und unachtsam, und vor allem wirken sie pink. Sehr pink. Das ist, nun ja, nicht gerade deine Lieblingsfarbe. Du machst kurz die Runde, grüßt die versammelten Vernissagengäste und steuerst den Ausgang an. Da gerät einer der Waschzettel in deinen Blick, auf denen die Galerien ihre Informationen feilbieten. Yves Oppenheim, so entnimmst du dem Papier, ist mitnichten ein Anfänger, vielmehr 1948 auf Madagaskar geboren. Heute lebt er in Paris und Berlin und es ist seine erste Einzelpräsentation in Österreich. Er hat durchaus so etwas wie eine künstlerische Biografie, zum Beispiel hat er bereits vor zehn Jahren bei Rüdiger Schöttler in München ausgestellt, und das ist immerhin jener Galerist, der deinen Lieblingskünstler vertritt (Jeff Wall). Im vergangenen Jahr ist Oppenheim bei Xavier Hufkens in Brüssel und bei Max Hetzler in Berlin zu sehen gewesen. Solo. Und wenn jemand bei Hetzler ist, dann ist er jemand (zumindest finanziell). Für alle, die im Kunstbetrieb mitspielen wollen, bedeuten derlei Auskünfte: Zurück zum Start. Du machst also kehrt und wirfst dich mit neuem Elan ins geballte Think Pink. Nicht, dass dir Oppenheims Arbeiten jetzt näher wären, aber du bist bereit, etwas anderes als Geschmack walten zu lassen. Zum Beispiel das Prinzip Vergleich. Du memorierst, was du in letzter Zeit so alles an diesbezüglicher Malerei gesehen hast, bei Charim selbst, bei nächst St. Stephan, bei Hubert Winter etc. und das ist ziemlich viel. Oppenheim macht also mit beim Jahrhundertprojekt Modernismus und sich seinen eigenen Reim auf Support und Surface, Colour und Construction. Augenscheinlich gehört Oppenheim dabei zur Evidenz-Fraktion. Er ist kein Romantiker. Die Dinge, die er macht, sind, was sie sind. Als solche müssen sie dir ja nicht gefallen.
Yves Oppenheim
11 - 28.09.2002

Charim Galerie
1010 Wien, Dorotheergasse 12
Tel: +43 1 512 09 15, Fax: +43 1 512 09 15 50
Email: info@charimgalerie.at
http://www.charimgalerie.at
Öffnungszeiten: Di-Fr: 11-18h
Sa: 11-14h


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