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Hofburg Messe für Kunst & Antiquitäten 2010: Zufriedenes Mienenspiel

Bilanz zur 42. Hofburg Messe für Kunst und Antiquitäten: viel Zufriedenheit und eine Null-Nummer Jede Branche hat ihr individuelles Buzzword-Bingo, selbstredend auch der Kunstmarkt und hier etwa das Kunst-und Antiquitätensegment: Museal und international, sind die im Umfeld von Messen wohl am öftesten strapazierten Adjektive. Ein Marketingversprechen das in der Praxis dann nur bedingt Erfüllung findet, und das ist an der Themse (London) oder der Maas (Maastricht) nicht anders als am Rhein (Köln), an der Isar (München) oder auch an der Donau. Und das hat insofern sein Gutes, als der Kunstkauf damit in erschwinglichen Preisklassen gewährleistet bleibt. Denn Kunstwerke, die von internationalem Belang sind und in der Qualitätsklasse dann auch noch Museumskuratoren hysterisch werden ließe, so viel will der Durchschnittseuropäer mit Affinität zu Dekorativem eh nicht ausgeben. Präsentiert wird was sich verkauft Freilich, bisweilen würde man sich zumindest inhaltlich etwas mehr Internationalität herbeiwünschen. Am Beispiel der 42. Hofburg Messe für Kunst und Antiquitäten und dem hier traditionell präsentierten Programm an bildender Kunst: Stimmungsimpressionisten, Nachkriegskunst und Zeitgenössisches, zu 95 Prozent von Protagonisten, deren Marktrelevanz nur in Ausnahmefällen über eine lokale Bedeutung hinausreicht. Nur, das verkauft sich halt. Aus der Sicht der Kunsthändler wäre es entbehrlich, auf experimentelle Vollblutpferde zu setzen, wenn ein Haflinger den geschäftlichen Erfolg garantiert. Und so muss man die Molls, Waldes, Egger-Lienz, Prachenskys, Rainers & Co dulden, die Weilers nicht zu vergessen, immerhin hat der ja ein Jubiläumsjahr als Rechtfertigung. Noch. Null-Nummer bis Glücksbilanz Giese & Schweiger (Wien) schwelgen nach neun Messetagen jedenfalls im Glück, ein Dutzend an Abschlüssen, darunter auch Carl Molls erst vor wenigen Wochen aus Uruguay importierte Grinzinger Partie, die für 580.000 Euro in eine heimische Sammlung wechselte. Nahezu gleichauf Kovacek Spiegelgasse (Wien), bei denen Arbeiten des 19. Jahrhunderts tendenziell stärker nachgefragt waren als das 20. Jahrhundert, beides in Preisklassen von 8000 bis 75.000 Euro. Geputzte Stimmung bei Galerie Maier (Innsbruck), die im mittleren Preissegment (30.000-50.000 Euro) etwa Arbeiten Maria Lassnigs ziehen ließen. Zufrieden zeigten sich auch Wienerroither & Kohlbacher (Wien), die neben Angeli und Weiler auch einen Kokoschka platzieren konnten, für zwei Schiele-Blätter laufen noch Verhandlungen. Besser als letztes Jahr, kommentierten rund 50 Prozent der 44 Teilnehmer den Geschäftsverlauf, der in der individuellen Abschlussbilanz zur Saison 2010 dennoch unterschiedliche Gewichtung haben wird. „Ein-bissl-was“ bei Wolfgang Bauer (Bel Etage, Wien) etwa, der nach zehnjähriger Pause wieder mit von der Hofburg-Partie war und die Messe gut zur Neukunden-Akquise nutzen konnte. Ungetrübt tritt Ikonenspezialist Stefan Brenske (München) seine Heimreise an, mit neun seiner Pretiosen weniger im Gepäck, die hier eine neue Heimat fanden. Und die Erstaussteller? Nun, differenziert. Ludwig Wimberger (Linz), fühlte sich hier nicht nur pudelwohl, sondern freute sich über Besucherlob, wie ihm der Umsatz mit Volkskundlichem ein recht zufriedenes Mienenspiel entlockt. Gelassen reagierte Boris Müller (Galerie Kunst der Antike, Vöcklabruck) auf seinen Null- Absatz, die Flinte werfe er definitiv nicht ins Korn, der hiesige Markt müsse sich mit diesem Spezialsegment erst anfreunden. Wenige hundert Kilometer entfernt hätte er leichteres Spiel gehabt, in Deutschland beispielsweise, wo Antiken zum Fixrepertoire hochwertiger Kunstmessen zählen.
Hofburg Messe für Kunst & Antiquitäten 2010
06 - 14.11.2010

Art & Antique, Hofburg
1014 Wien, Hofburg / Heldenplatz
Tel: +43 (1) 587 12 93, Fax: +43 (1) 587 12 93 /DW 20
Email: office@mac-hoffmann.com
http://www.artantique-hofburg.at
Öffnungszeiten: 11 - 19 h


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