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Eleonora Louis 1958 - 2009

„Glaube Liebe Hoffnung Tod“ hieß im Jahr 1994 die Ausstellung der Kunsthalle Wien, mit der sich die Gegenwartskunst in die Kulturgeschichte hin öffnete. Eleonora Louis war die Kuratorin, und sie trug zusammen, was sich als Exponat zur Illustration eines Menschheitsthemas anbot. Naturgemäß war das viel, doch es ließ sich ein Bogen spannen vom Zeitlosen zum Zeitgemäßen. Als Toni Stooss, der Gründungsdirektor, die Kunsthalle Wien verließ, verabschiedete sich auch Eleonora Louis. Stooss verschlug es in die Schweiz, seine wichtigste Mitarbeiterin landete bei Herbert Lachmayers Da Ponte – Institut und mitten in den Vorbereitungen für die Mozart-Ausstellung. Die Schau selbst, zum Jubiläum 2006 in die Albertina gestellt, sah sie dann wieder von außen. 2004 nämlich fanden Stooss und Lore Louis erneut zusammen im Museum der Moderne Salzburg, in das das Rupertinum einging und das ein weithin sichtbares zweites Domizil auf dem Mönchsberg bezog. Als Vizedirektorin des Hauses und als dessen Sammlungsleiterin arbeitete sie an nicht weniger, als einem artifiziellen Gebilde Leben einzuhauchen, abgehoben auf den Höhen über der Stadt, einwattiert in den Konservativismus der einschlägigen Festspielattitüden. Doch das Haus gewann Renommee, mit Balkenhol und Baselitz und zuletzt mit Tony Cragg, mit „Grands Spectacles“, der großangelegten Schau zur Interferenz von Bild und Musik, oder mit Detailblicken speziell auf den Surrealismus. Zu den drei theologischen Tugenden hatte sich in der 1994er Ausstellung der Kunsthalle Wien schon per Titel das Phänomen gesellt, das sie und alles andere ohnedies motiviert. Der Tod. An ihm kommt keiner vorbei. Am 30. Dezember 2009 hat er sich Eleonora Louis in den Weg gestellt. Sie ist gerade einmal 51 Jahre alt geworden.

Ihre Meinung

1 Posting in diesem Forum
E. Louis
Nicole Hegener | 13.01.2010 08:59 | antworten
Lieber Kollegen des art magazine, die Ausstellung "Glaube Hoffnung Liebe Tod" (nicht "Glaube Liebe Hoffnung Tod") handelt es sich um eine Kooperation mit Dr. Christoph Geissmar, das ist leider untergegangen. Beste Grüße Nicole Hegener

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