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ARCO 2010: Solide Performance

250 Galerien aus aller Welt sind zur ARCOmadrid 2010 angereist um ihr Angebot an moderner und zeitgenössischer Kunst für 4 Tage zu präsentieren. Auch wenn die spanischen Galerien ihren früheren Anteil an den Ausstellenden der ARCO von bis zu 70 % erheblich reduzierten, so dominieren sie noch immer mit etwa 40 % das Gesamtprogramm der Messe. Dem stehen 17 Galerien aus Los Angeles gegenüber, das wegen seiner multikulturellen und dynamischen Vielfalt als Gast geladen ist. Dem angekündigten innovativen Anspruch als Weltstätte der modernen Kunst wird Los Angeles trotz der Quantität kaum gerecht, viel und viel Verschiedenes wird gezeigt, doch wenig Beeindruckendes. Aktuelle Werke, die wirklich nachhaltig neue Anregungen geben oder auf neue Tendenzen weisen, sind auf der ARCO 2010 generell schwer zu finden. Das Angebot ist profund, reicht von der klassischen Moderne bis heute, die Vielfalt und Verschiedenheit der Arbeiten ist groß und hat durchwegs Klasse, doch den Kick wird man vermissen. Ein spezieller Bereich ist mit EXPANDED BOX erstmals den jüngsten Strömungen in der Kunst eingeräumt, die mit neuen Technologien und digitalen Mitteln arbeitet, Videos werden nach einem gesonderten Programm im CINEMALoop gezeigt. Für die EXPANDED BOX wählte ein Team von Kuratoren 8 Arbeiten, darunter - neben wenig aussagekräftigen Installationen und Kompilationen verschiedenster multimedialer Art - durchaus ansprechende Werke von inhaltlicher wie formaler Aussagekraft, wie etwa von Rafael Lozano Hemmer. Ein Künstler, von dem bei Max Estrella, Madrid eine andere, sehr kontemplative Arbeit um 215.000 Euro zu erwerben ist: Lozano Hemmer verflicht in einem Video bildliches und schriftliches Material, lässt die Bewegung der vorübergehenden Messebesucher mittels einer Webcam in das gezeigte Bild mit einfließen und evoziert beim Betrachter ein Nachsinnen über den Kontext der klar lesbaren Inhalte. Günstiger ist das Video von Kaoru Katayama: Die Galerie Thomas March aus Valencia bietet um 4.500 Euro ein Video der aus Japan stammenden Künstlerin, die mit ihrer in Mexiko gedrehten Szene „te quiero mucho“ die Welt der heutigen Gesellschafts- und Geschlechterklassen zur ironisierenden Pointe thematisiert. Die österreichischen Galerien setzten mehr auf die klassischeren Medien, vor allem die der Malerei, Fotografie und Installationen. Charim Galerie (Wien) zeigt Werke der Granddame der österreichischen Moderne, Valie Export und Fotoarbeiten von Dorothea Golz, in welchen Highlights der neuzeitlichen Kunstgeschichte persifliert werden. Georg Kargl präsentiert u.a. Bilder von Gerwald Rockenschaub, Muntean/Rosenblum oder Fotoarbeiten von Markus Schinwald. Erstaunlich viel vertreten ist Herbert Brandl, von dem bei Elisabeth & Klaus Thoman (Innsbruck) Gemälde um 55.000 und 67.000 Euro angeboten werden. Dem gegenüber sind die Bilder von Hadrian Dussoix bei Viktor Bucher (Wien) um 3.000 Euro leicht erschwinglich. Auch wenn die 9 Galerien aus Österreich sicher kein gewagtes Programm vorweisen, so ist doch (zumindest bei den meisten) der Schwerpunkt auf österreichische Zeitgenossen gelegt, die im großen Kontext der Messe den Vergleich nicht scheuen müssen. Insgesamt hätte man sich allerdings auf der ARCOmadrid 2010 doch auch Provokanteres oder Innovativeres erwartet oder erwünscht.
ARCO 2010
17 - 21.02.2010

ARCO
28042 Madrid, Parque de Juan Carlos 1
http://www.arco.ifema.es


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