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Saisonfinale an der Freyung

Zum Halbjahr hatte Otto Hans Ressler mit einem Bruttoumsatz von 14 Millionen Euro nicht nur einen Rekordumsatz, sondern auch einen Zuwachs von 11,2 Prozent vermelden dürfen. Im Oktober durfte „im Kinsky“ über die 75. Auktion weitere vier Millionen in die Bücher notieren. Um an das Jahrestotal 2008 (19,2 Millionen Euro) Anschluss zu finden, bräuchte es kommende Woche also lediglich ein Einspielergebnis von zumindest 1,2 Millionen Euro – um die vorläufige Rekordmarke aus dem Jahr 2007 zu knacken (21,4 Millionen Euro) dagegen wenigstens 3,5 Millionen. Und die Chancen dafür stehen unter einem guten Stern: Denn die monetären Erwartungen an die 76. Auktion, die in drei Sparten ausgetragen wird, beläuft sich auf zumindest 4,2 wenn nicht 6,8 Millionen Euro. Gehypter Boeckl trifft Grand Lassnig Zu den Lockvögeln der Klassischen Moderne zählt Albert von Kellers „Hexenverbrennung“ von 1891 (22.000-35.000), drei Zeichnungen von Gustav Klimt sowie Lyonel Feiningers Hafen II (12.000-20.000) aus dem Jahr 1917. Eines der höchstdotierten Werke ist Herbert Boeckls Porträt des Dominikanerpaters Diego Hanns Goetz (150.000-250.000), das durchaus von dem über die Retrospektive angeheizten Hype profitieren könnte. Auch hier besteht die Aussicht auf einen Rekord: Den Spitzenwert hält seit Mai 2005 das 1950 und damit zwei Jahre vor dem aktuellen Kandidaten ausgeführte Ölbild „Specht I“, das bei Hassfurther für netto 205.000 Euro den Besitzer gewechselt hatte. In der gleichen Preisklasse liegt die im Kinsky stets besonders gut reüssierende Grand Dame Maria Lassnig, deren „Spiegelbilder“ aus dem Jahr 1987 ebenfalls zwischen 150.000 und 250.000 Euro bringen will. Zu den aktuellen Wegbegleitern gehören Wolfgang Hollegha, Yves Klein und die Bildhauer-Trias Josef Pillhofer, Andreas Urteil und Wander Bertoni. Limitiertes für den Gabentisch Beim Angebot in der Kategorie Jugendstil gehören neben Josef Hoffmann vor allem Carl Otto Czeschka und Adolf Otto Holub zu den überzeugendsten Spitzenkandidaten: Bei Hoffmann zählt längst der Unterschied zwischen musealer Qualität und Massenprodukt und „im Kinsky“ hat hier sehr klare Prioritäten, bringt das Unikat einer 1909 ausgeführten Karaffine (70.000-120.000), einen nur drei Mal ausgeführten Tafelaufsatz (90.000-150.000) sowie einen nur in zwei Exemplaren existierenden Kaviarbehälter (20.000-40.000). Der Hoffmann-Schüler Holub ist mit einem Tafelaufsatz vertreten (20.000-40.000), Cseschka mit einem für die Wiener Werkstätte 1906 entworfenen Armband (17.000-25.000); auch letzteres wurde nur drei mal geschmiedet – jenes in dem Opale verarbeitete wurden gehört Ernst Ploil, von den beiden Ausführungen mit Citrinen wechselte eines 2003 bei Christie’s in New York für umgerechnet 30.000 Euro den Besitzer, das andere harrt jetzt einem zarten Damen-Handgelenk.

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