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Hofburg Messe für Kunst & Antiquitäten: Markt zur zweiten Chance

Seit Ende vergangener Woche haben sich 44 Kunsthändler, darunter vier aus Deutschland und einer aus Frankreich, zur traditionellen Leistungsschau in der Hofburg versammelt. Trotz dem mit einer Frittenbude vergleichbaren Gestank, bediente sich das Publikum, nicht nur am Eröffnungsabend, eifrig an den hier ausgelegten Ködern. Offiziell übt man sich in nobler Zurückhaltung, bestätigt dann aber doch, was die Spatzen vom Dach der Hofburg zwitscherten: Ja, die Vernissage am vergangenen Freitag sei die mit Abstand beste in der Unternehmenschronik von Giese & Schweiger gewesen. Boeckl, Russ, Wisinger-Florian und Egner, nennt Alexander Giese nicht ohne Stolz, weiters Dobrovsky, Frankl und Zülow. Werke all dieser Protagonisten wechselten innerhalb von knapp fünf Stunden den Besitzer. Das ist insofern beachtlich, als weitere 26 der 44 Teilnehmer der 41. Hofburg Messe für Kunst und Antiquitäten bildende Kunst im Angebot halten, darunter 21 reine Spezialisten. Und auch sie konnten in den ersten Öffnungstagen eine nennenswerte Anzahl von Verkäufen verlautbaren. Schwerpunkt bildende Kunst Die Dominanz dieser Sparte ist trotz bemühter Präsentationen und trotz Neuzugängen auf dem Sektor angewandter Kunst – etwa Galerie Cedric Le Dauphin (Stammeskunst, Paris), Rainer Jungbauer (Skulpturen, Straubing) oder Antiques & Porcelain (Porzellan, Wien) – im Gesamteindruck irgendwie ermüdend. Gerade weil die Qualität, selbst auf den zweiten Blick, bisweilen allenfalls lokalen Kriterien entspricht und Quantität kein Gütesiegel sein kann, Künstlerjubiläen – von Rainer, Dobrovsky oder Eisenschitz – hin oder her. Weiters dürfte Marktfrische in diesem Segment nur noch bedingt eine Rolle spielen. War hier schon immer so viel jüngere Auktionsware zu sehen? Seitens der Anbieter ist es ja ein gängiger Beschaffungsweg, der immer noch wirtschaftlich scheint. Carl Molls „Haus der Therese Krones“ (Giese & Schweiger), nach Christie’s (London, 122.470 Euro) und Zwischenaufenthalt auf einer Messe in Salzburg nun hier (240.000 Euro), ebenso Hans Makarts Portrait Bianca Baronen von Teschenberg bei Kovacek Spiegelgasse, die nach Stationen in Amsterdam (Sotheby’s, 75.150 Euro) und Wien (im Kinsky, 125.000 Euro) ebenfalls in der Hofburg Audienz gewährt, oder auch Ferdinand Georg Waldmüllers „Kranzljungfer“ (Sotheby’s London 289.820 Euro) bei Lilly’s Art und Friedensreich Hundertwassers mit 320.000 Euro veranschlagter „Garten ohne Grund“ bei Kovacek & Zetter (The Market, Tokyo, netto 54.270 Euro; im Kinsky, 187.500 Euro). Ein solcher „Markt zur zweiten Chance“ ist – wenn auch nicht in solch offensichtlicher Ausprägung – üblich und für Anbieter durchaus lukrativ. Das Wiener Bürgertum bevorzugt offenbar eher im Angebot von Kunsthändlern des Vertrauens zu sondieren, als sich ins Auktionsgetümmel zu schmeißen. Wohltuend dagegen die internationalere Brise: Etwa bei Galerie Rhomberg mit einer George Grosz gewidmeten Solo-Show, mit 31 Feder- und Tuschzeichnungen (ab 4.500 Euro) und drei Ölgemälden aus seiner späten Schaffensperiode (bis 390.000 Euro) im amerikanischen Exil. Mit Fotospezialist Johannes Faber und Wienerroither & Kohlbacher hält man zudem international wertgeschätzte Kollegen, beide werden bei der TEFAF 2010 in der Sektion „Tefaf on paper“ ihr Debüt geben – ein Blick auf deren Angebot lohnt aber schon jetzt.
Hofburg Messe für Kunst & Antiquitäten
07 - 15.11.2009

Art & Antique, Hofburg
1014 Wien, Hofburg / Heldenplatz
Tel: +43 (1) 587 12 93, Fax: +43 (1) 587 12 93 /DW 20
Email: office@mac-hoffmann.com
http://www.artantique-hofburg.at
Öffnungszeiten: 11 - 19 h


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