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Schluss mit lustig!

EU-Kommission leitet Verfahren gegen Sotheby`s und Christie`s ein Laut Agenturmeldungen (APA, \"pressetext.at\") hat die EU-Kommission heute, Freitag den 19. April 2002, ein Kartellverfahren gegen Christie`s und Sotheby`s eingeleitet. Nach den USA werden deren illegalen Preisabsprachen in den Jahren 1993 bis 1999 [artmagazine.cc berichtete: Betrügerische Preisabsprachen bei Auktionsprovisionen\"] nun auch im europäischen Raum zum Thema. Zwar ist der Verstoß gegen Wettbewerbsregeln für einzelne Personen im Gegensatz zu den USA nicht strafrechtlich ahndbar, wohl können aber Unternehmen im Rahmen der \"Antitrustpolicy\" auch hier zu Lande zur Verantwortung gezogen werden. \"Rund um den Artikel 80 des EU-Vertrages haben Absprachen\", merkt Ernst Ploil (Rechtsanwalt, Sammler und Teilhaber der Wiener Kunstauktionen) an, \"schon immer zur Verhängung hoher Bußgelder berechtigt\". Die Verfolgung von Preisabsprachen in jedweder Form und kartellrechtlichen Verbindungen zulasten des Verbrauchers gehört, so Ploil, \"zu den geliebtesten juristischen Kindern der EU\". Ob der quasi-politische Druck aus der USA zu groß gewesen sei, als dies von der EU-Komission langfristig ignoriert werden hätte können? Vermutlich, meint auch Andrea Jungmann, Chefin von Sotheby`s Österreich. Faktum sei aber auch, dass \"wir bereits während des Prozesses in den USA mit der Kommission kooperiert haben\". Trotzdem die beiden Auktionsriesen im vergangenen Jahr schon Entschädigungen und Strafen in dreistelliger US-Dollar-Millionenhöhe berappen mussten, sind die Multis - \"in Ermangelung eines Rechtshilfeübereinkommens zwischen der EU und den USA\", so Ploil - vor Zahlungen in Europa nicht gefeit. Falls die Kommission die Vorwürfe belegen kann - und dies dürfte in Anbetracht öffentlicher Geständnisse nicht allzu schwer sein - dürften Bußgelder in der Höhe von bis zu zehn Prozent des jährlichen Unternehmensumsatzes fällig werden. Das so von der EU eingestreifte Körberlgeld summierte sich allein heuer \"bereits auf 50 Millionen Euro\", skizziert Ploil den lukrativen Antitrust-Bereich. Auf den Wettbewerbsrichtlinien der EU beruhend wird - so Ploil, vermutlich noch in diesem Jahr, spätestens aber mit \"1.1.2003 auch in Österreich eine Kartellüberwachungsbehörde\" installiert.

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