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Katrin Plavcak - Human or Other, Klaus Mosettig - Pradolux, Hannes Zebedin - Mit Schwung durchqueren anstatt sich aufzuhalten: Kunst kommt vom Künstler

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Die Secession ist wieder da. Drei Einzelpositionen an den drei angestammten Orten Hauptraum, Galerie, Grafisches Kabinett, alle drei Wiener Provenienz, ganz so, als hätte nichts forciert, verbessert, um 180 Grad gedreht werden müssen. Keine halbes Jahr ist es her, dass ein Durcheinander durch die Räume fegte, der präsentatorische Tumult dem organisatorischen in nichts nachstand, und man dachte, das Prinzip, dem man die letzten Jahrzehnte folgte, wäre zu Grabe getragen. Jetzt geht es weiter wie bisher mit den Ausstellungen, und alles ist anders. Im Hauptraum Katrin Plavcak. Da weiß man, was man hat, und die souveräne Darbietung von mehreren Dutzend Tafelbildern samt Ballon-Installation und lautstarker Musik-Ecke lotet aus, wie alles Pop ist. Hinter jedem Bild steckt immer schon ein anderes, Zappa und Helge Schneider, Politiker, Science-Fiction-Helden und Goyas Getier aus seinem 43. Capricho, nach dem der Schlaf der Vernunft Ungeheuer gebiert, geben sich ein buntes Stelldichein. Pop bedeutet ohnedies die Akzeptanz, dass es nichts Neues gibt. Doch auch Wiederholungen können aufregend sein. Im Graphischen Kabinett Hannes Zebedin. Das ist einer, der interveniert und das auch politisch meint. Diesmal ist sein Eingriff allerdings als Einbau ausgefallen, als jenes Um- und Abräumen der Galerie, das einst den pompösen Begriff Institutionenkritik bekommen hat. Macht nichts, Zebedin baut Wände ins Treppenhaus, schöne glatte white-cube-mäßige Platten, um dabei einen Umkehreffekt zu erzielen. Der Ausstellungsraum wird nicht erweitert, sondern, sagt das Bauamt, unpassierbar gemacht, man muss im Erdgeschoss stehenbleiben, schaut nach oben, und der Raum ist doch erweitert. Alles wäre nichts ohne Kunst. Dennoch eine perfekte Operation. In der Galerie Klaus Mosettig. Er setzt das Highlight mit einer wunderbaren Hommage an das Prinzip Hommage. Elaine Sturtevant, die Mutter aller Appropriationisten, hat in den Sechzigern das angestammte Verfahren des Fotorealismus, Bilder auf eine Leinwand zu projizieren und sie dann abzumalen, auf solche Vorlagen übertragen, die Kunstwerke zeigten. Mosettig macht das jetzt auch, speziell mit Jackson Pollock, er macht es mit Bleistift und verlangsamt das ohnehin altgediente, langsam auslaufende Arbeiten mit Dias abermals. Pollock wird von der Wand wieder auf den Boden versetzt, und sein doch so authentisches Dripping wird auf Blätter geworfen, die es nicht weniger als fünfzehnmal gibt, immer gleich, weil der einen Vorlage unterworfen, und doch immer anders, weil der Bleistift seinen Eigensinn behauptet. Wer sagt da noch, dass es der Kontext ist, die Situation, der Ort, die die Kunst machen. Die Künstler sind es. Nichts Deutlicheres könnte eine Künstlervereinigung vorführen.
Katrin Plavcak - Human or Other, Klaus Mosettig - Pradolux, Hannes Zebedin - Mit Schwung durchqueren anstatt sich aufzuhalten
20.02 - 13.04.2009

Secession
1010 Wien, Friedrichstrasse 12
Tel: +43 1 587 53 07, Fax: +43 1 587 53 07-34
Email: office@secession.at
http://www.secession.at
Öffnungszeiten: Di-So 14-18 h


Ihre Meinung

3 Postings in diesem Forum
GÄHN
Reflei | 15.03.2009 10:48 | antworten
zebedin sieht interessant aus, bei den anderen kommt einem das große gähnen, formalismus scheint ja bei den jungen angepassen galerien sehr in zu sein, aber in der seccession erwarte ich mir dann doch ein wenig tiefere (auch formal) auseinandersetzung
wirklich gesehen oder nur dahergeredet?
berndk. | 18.03.2009 08:29 | antworten
Da Sie 2 derart unterschiedliche Arbeitsweisen wie Plavcak und Mosettig in einen Topf werfen, gestatte ich mir die Frage, ob Sie auch gesehen haben, was Sie so zum Gähnen anregt? Bei Plavcak kann ich keinen Formalismus erkennen (er fehlt mir eher) und Mosettigs Herangehensweise scheint mir wiederum nicht gerade platt. Also kann ich Ihren Eintopf absolut nicht nachvollziehen. Nur aufgrund einer oberflächlichen Ausstellungsbesprechung seine Meinung so breit darzulegen wie Sie das machen, ist mir definitiv zu wenig.
Nichts -
Obanner | 27.03.2009 09:29 | antworten
Nichts gegen Formalismus in jungen Galerien, der bringt Buntes in den tristen Alltag Nichts gegen die Reibung junger Künstler am längst Bekannten, und sei das Althergebrachte auch nur die Verschiebung des Kontextes Nicht gegen die Langeweile, die bringt Erholung vom aufregenden Alltag Das alles ist Markt, - Secession ohne Vision -

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