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Hofburg Messe für Kunst & Antiquitäten: Mit und oder ohne Performance

Zwischenbilanz zur Jubiläumsformation der Hofburg Messe für Kunst und Antiquitäten 40 Jahre Hofburg, das klingt nach beschaulicher Atmosphäre und souveräner Performance. Aufreger liegen hier im Promillebreich, meist unter Ausschluss der Öffentlichkeit, wenn für den Verkauf bestimmte Ware am Tag vor der Eröffnung ausjuriert wird. Aber mit der Performance ist es so eine Sache, wenn sie explizit, zusammen mit der Messeleitung und dem vorinformierten Messebeirat bei einem zeitgenössischen Künstler bestellt wird, am Ende dann aber nicht stattfindet. An einem Requisit sollte es scheitern, nicht an der Irritation der anderen Teilnehmer der renommierten Kunst und Antiquitätenmesse. Natürlich, selbst die Jury hatte intensiv über das mit rotem Samt ausgelegte Mobilklo von Lukas Pusch bei Konzett diskutiert. Der Kunst ihre Freiheit und also blieb es. Weil aber nicht einmal Kinderwägen durch die Gänge der Hofburg geschoben werden dürfen, blieb die feuerpolizeiliche Regelung aufrecht und die geplante Prozession musste abgesagt werden. Zensur, brüllte der Künstler. Humorlosigkeit glauben anderen der Messe nun vorwerfen zu müssen. Fit für die nächste Generation? Gut, vielleicht kamen die Vorschriften der Florianijünger so manchem Teilnehmer gerade recht, denn so ansehnlich präsentiert sich der Thron des kleinen Mannes im Festsaal nun auch wieder nicht. Jetzt müssen sich die Verantwortlichen und Beteiligten wenigstens keine Gedanken mehr darüber machen, ob solch traditionellen Plattformen über die ausreichende Fitness für Zeitgenössisches verfügen. Die am zweiten Öffnungswochenende (Samstag, 8. November) von 15-19.00 Uhr stattfindende Performance scheint jedenfalls von verdaulicher Beschaffenheit: Unter der Choreografie der Konzett-Künstlerin Zenita Komad werden der Modelle zu Lebendskulpturen, die über eine Nabelschnur mit je einem Bildkörper verbunden sind. Den alles gebärenden Kosmos und die scheinbar lebensnotwendige Energieversorgung stellen großformatige Kreditkarten von „Zenita Universe“ dar. Flucht in Sachwerte Die Flucht in Sachwerte ist angesichts der wirtschaftlich angespannten Situation gerade unter der auf 50 Teilnehmern aufgestockten Jubiläumsformation eine nicht unberechtigte Hoffnung. Und der über Jahre kontinuierlich bediente Binnenmarkt scheint nicht zu zaudern: Bereits im Vorfeld pickten sich Sammler die im Folder inszenierten Kunstwerke heraus, andere entschieden sich am Abend der Vernissage – für Runge aus Eferding die mit Abstand beste ihrer Teilnahme-Chronik. Die Bilanz der Verkäufe aus den ersten Öffnungstagen ist in allen Sparten stattlich: eine bedeutende Ikone (Brenske, München) wechselte ebenso den Besitzer wie Barockmöbel (Moskat), zwei Transition-Kommoden für 60.000 Euro (Wiesinger, Wels) oder auch Sesselweise bei Kovacs (Wien). Starke Nachfrage verzeichnete auch der Bereich bildende Kunst, ein wunderbares Löwenzahn-Stillleben von Tina Blau (Kovacek-Zetter), Sezessionistisches von Carl Moll (Gemäldegalerie Kovacek) oder eine Mischtechnik Arnulf Rainers (Thoman) wurden ebenso bereits aus der Hofburg getragen wie ein biedermeierliches Herrenportrait von Moritz Michael Daffinger (Keil). Für anderes bedarf es wohl noch längerer Überlegungen, etwa für das herrliche Ensemble rund um Pablo Picassos „The Great Snow Owl“, die Papierarbeit aus dem Jahr 1957 zusammen mit sechs Fotos, die die Entstehung dokumentieren, hat Debütant Westlicht mit 1,9 Millionen Euro veranschlagt. Das mit Abstand teuerste Kunstwerk - Egon Schieles auf 9,5 Millionen Euro dotiertes Gemäldefragment Mutter mit Kind – sollte bei Wienerroither & Kohlbacher ebenso wenig von der spektakulären Zusammenstellung der Zeichnungen von Schiele und Klimt ablenken wie das schräg vis a vis nach Aufmerksamkeit heischende Mobilklo.
Hofburg Messe für Kunst & Antiquitäten
01 - 09.11.2008

Art & Antique, Hofburg
1014 Wien, Hofburg / Heldenplatz
Tel: +43 (1) 587 12 93, Fax: +43 (1) 587 12 93 /DW 20
Email: office@mac-hoffmann.com
http://www.artantique-hofburg.at
Öffnungszeiten: 11 - 19 h


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