Werbung
,

Was bleibt

Der schlechteste Gastgeber Ein mickriger Punkt, wo es neun davon gegeben hätte. Ein einziges Tor, aus einem Elfmeter heraus in der allerletzten Minute, geschossen aus der gerontologischen Abteilung. Ein Turnier, an dessen Ende nur die Generalabrechnung des Trainers mit narzisstisch akklamiertem Rücktritt stehen konnte. Die schlechtesten Gastgeber Selbst-Quarantäne und Hoffnung auf das baldige Ende der drei Wochen, Apartheidspolitik der Einheimischen und naserümpfendes Überlegenheitsgefühl gegenüber dem unglaublichen Sich-Gehenlassen des Prinzips Fan. Österreich wollte auch während der EM nicht auf die Idee des Qualitätstourismus verzichten. Der Ecksteirer wäre wichtiger gewesen als das Steirereck. Das schlechteste Wetter Evakuierung der Fernsehwiese in einer Viertelstunde. Blitzezucken über dem Stadion als wäre es Walter de Marias „Lightning Field“, schön anzusehen, doch nicht unbedingt zum Anlass passend. Kaiserwetter gibt es nicht per schnödem Anspruch. Der schlechteste Moment für einen Stromausfall Die Leitung aus Basel, die durch Wien hindurch muss, bevor sie in die Welt geht. Zentralismus im Zeitalter der Globalisierung. Die Suche nach einem Schuldigen, als hätte der die Tore, die man nicht gesehen hat, auch noch selbst geschossen. Das schlechteste Feuilleton Die „Presse“ fand es passend, eine Fußballhasser-Kolumne zu verbreiten. Es ist gnadenlos genug, den Fußball mit abstrusen Vergleichen aus der Kultur zu euphorisieren. Ihm und seinen Anhängern mit der Hausordnung aus dem Musikverein zu kommen, ist der pure Abgrund. Derlei Schüsse mit der Kanonkugel gehen nach hinten los. Das zweitschlechteste Ergebnis Der Erzfeind im Finale, und das auch noch in Wien. Die Holländer, die Polen oder die Tschechen können den Deutschen vorwerfen, sie zu Opfern gemacht zu haben. Die Österreicher werfen den Deutschen vor, dass sie zu Tätern wurden. Diese Schuld an der Schuld vergessen sie ihnen nie. Immerhin konnte man es ihnen heimzahlen, indem man zu den anderen hielt.

Ihre Meinung

1 Posting in diesem Forum
die schlechteste Kunstglosse
k.A. | 06.07.2008 08:51 | antworten
ist die eines frustrierten Deutschlandfans über ein Fussballereignis. Warum bemühen Sie sich nicht um eine Fussballglosse? Und ja: Danke Spanien! Nicht weil die Deutschen ach so böse wären, sondern weil die Iberer den um sämtliche nur erdenkliche Hausecken schöneren Fussball spielen.

Das artmagazine bietet allen LeserInnen die Möglichkeit, ihre Meinung zu Artikeln, Ausstellungen und Themen abzugeben. Das artmagazine übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der abgegebenen Meinungen, behält sich aber vor, Beiträge die gegen geltendes Recht verstoßen oder grob unsachlich oder moralisch bedenklich sind, nach eigenem Ermessen zu löschen.

© 2000 - 2022 artmagazine Kunst-Informationsgesellschaft m.b.H.

Bezahlte Anzeige
Bezahlte Anzeige
Bezahlte Anzeige
Gefördert durch: