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Josef Mikl 1929-2008

Seine frühen Einfälle hätten ihren Ursprung nicht in der modernen Kunst, sondern in den ausgebrannten Motorrädern, Autos, in gesprengten Panzern und abgestürzten Flugzeugen, gehabt, erinnerte sich Josef Mikl in einem Interview anlässlich einer Retrospektive im Jahre 2005. Während des Studiums an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, in der Meisterklasse von Josef Dobrowsky kam der menschliche Körper, infolge des legendären Abendaktes bei Herbert Boeckl als zweite Quelle der Inspiration noch hinzu. „Nicht Abbildung, sondern Formdeutung“ formulierte Monsignore Otto Mauer jene Arbeitsweise mit der Mikl, neben seinen Kollegen Wolfgang Hollegha, Markus Prachensky und Arnulf Rainer aus der 1956 gegründete Gruppe „St. Stephan“ , zu den wichtigsten Vertretern des österreichischen Informell wurde. Mikl, selbst Zeit seines Lebens Verehrer von Kraus, Nestroy, Canetti und Gogol, vertrat nicht nur innerhalb der Gruppe stets die Rolle eines malenden Satirikers. Von der Avantgarde in die Hofburg hatte es allerdings nur der 1997 an der Akademie am Schillerplatz emeritierte Professor Mikl geschafft. Nach dem Brand in der Wiener Hofburg war er es, dem die Ehre zuteil wurde, den Großen Redoutensaal mit einem 404m2 großen Deckenbild und 22 Wandbildern zu schmücken. Wie erst heute bekannt wurde, ist Josef Mikl am vergangenen Samstag im Alter von 78 Jahren in Wien gestorben.

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