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Aribert von Ostrowski - The Diamond is not a Maximum: Naturalismus

"Man versteht ein Tier sehr gut, wenn man sich sein Gehäuse ansieht". Aus der Naturkunde kommt dieser Satz, geprägt von dem französischen Biologen Georges Cuvier, doch wie so vieles, die Idiosynkrasie, das Hybride, die Entartung, fand er bald Eingang in die Ästhetik. Hippolyte Taine hat ihn zur griffigen Formel seiner Milieutheorie genommen. Hier, als naturalstisches Credo, heisst er dann: Man versteht einen Künstler sehr gut, wenn man weiß, wo er wohnt. Aribert von Ostrowski wohnt in Berlin. Er lebt und arbeitet, wie man das heutzutage nennt, wo viele Millionen anderer Künstler mittlerweile auch leben und arbeiten, und zwischen erbarmloser Konkurrenz und nolens volens angestrebter Kumpanei produziert es sich dort metropolitan. Das sieht man den Collagen, Mischtechniken, Zeichnungen, Gemälden, die momentan bei Gabriella Bleich-Rossi zu sehen sind, an. Sie haben etwas Rauhes, Räudiges, eine Ahnung von Survival Struggle, es sind Großstadtbilder, Graffiti sind eingeflossen, manche Hintergründe bestehen aus Zeitungspapier, und wenn es gar zu grob wird, waltet per formatfüllender Schrift die Sentimentalität nach einem "Haus in der Heide". Vor zwanzig Jahren hat Aribert von Ostrowski in München gelebt. Aus dieser Zeit ist er dem Rezensenten bekannt, und es scheint, als habe sich nichts erhalten vom damaligen Duktus. In den Achtzigern war Ostrowski, Jahrgang 1953, ein kühler Konzeptualist, Vermesser der Meta-Ebenen, ein Bildwissenschaftler avant la lettre, dessen reflexive Konstruktionen im dekorverliebten München auf manches Verständnisproblem stießen, um doch in die seltsam realitätsenthobene, "Geht-mich-nichts-an"-Atmosphäre der Stadt und ihr spezielles ästhetisches Mir-san-Mir hineinzupassen. Nichts von alledem jetzt. Wirklich nichts? Helmut Draxler hat den Begleittext zu Ostrowskis Ausstellung verfasst, Draxler, der 1992 den Münchner Kunstverein gleichsam usurpierte und ihm soziale Wirklichkeit verordnete. Doch blieb diese Realität mittelbar, nicht auf den Leib geschrieben, sondern analytisch erfasst durch Leute wie Terry Eagleton oder Ernesto Laclau. Ostrowski hat den damaligen Spagat mitgemacht, und entsprechend ist das Harte und Hochgefahrene seiner jetzigen Bilder stets auch theoretisch gemildet. Im Wiener Fall durch den Wiener Sigmund Freud. Man erkennt also einen Künstler sehr gut, wenn man sich sein Gehäuse ansieht. Dieses Gehäuse ist der Kunstbetrieb.
Aribert von Ostrowski - The Diamond is not a Maximum
15.03 - 17.05.2008

Galerie Bleich-Rossi
1010 Wien, Dominikanerbastei 19
Tel: +43-676-3569 698
Email: galerie@bleich-rossi.at
http://www.bleich-rossi.at
Öffnungszeiten: geschlossen


Ihre Meinung

1 Posting in diesem Forum
Kritik?
Tugay Schmidt | 08.04.2008 11:17 | antworten
Was wollen sie mit dieser äußerst schlecht verständlichen, studentisch geschriebenen Kritik eigenglich sagen.

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