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Bildpostkarten

Geschichte Eine schlichte Karte sollte es sein, mit der kurze Nachrichten ohne Kuvert versendet werden konnten. 1865 auf einer Postkonferenz in Karlsruhe wurde die Idee einer "Correspondenzkarte" erstmals vorgestellt, doch wegen des Mangels an Diskretion sogleich wieder verworfen. Die k.u.k. Monarchie hatte diesbezüglich wohl keine Bedenken, denn vier Jahre später wurden die offenen Karten mit aufgedruckten Postwertzeichen mit großem Erfolg innerhalb der Grenzen von Österreich-Ungarn mit eingeführt, in den Jahren darauf folgten alle größeren europäischen Länder, die USA und Kanada. Ein grenzüberschreitender Versand wurde jedoch erst 1875 durch die Gründung des Weltpostvereines möglich. Nahezu von Beginn an wurden jene Karten nachträglich geschmückt oder mit Bildern versehen, ab 1885 wurde es erlaubt Bildpostkarten gewerblich herzustellen. Im Jahrzehnt vor der Jahrhundertwende war dann die goldenen Jahre der Bildpostkarte angebrochen, das Versenden und Sammeln von Karten aller Art war über die Grenzen hinweg eine erschwingliche Leidenschaft, die bis zum Beginn des 1. Weltkrieges andauern sollte. Motive und Technik Der Vielfalt des Abgebildeten waren keine Grenzen gesetzt. Neben topografischen Motiven und Glückwünschen zu allerlei Anlässen wurde das Medium auch von Anfang an für kommerzielle Werbung, zur Ankündigung von kulturellen Veranstaltungen wie auch für politische Propaganda genutzt. Die zu Beginn einfarbig lithographierten Karten wurden mit der Weiterentwicklung der Drucktechniken nicht nur bunt, sie boten dem Medium überhaupt ein weites Experimentierfeld. Genutzt wurden hier neben Lichtdruck und Chromlithographie, Radierungen, Kupfertiefdrucke, Autotypien, Fotografien, deren Oberfläche wiederum mit Applikationen, Prägungen oder Stanzungen eine zusätzliche Veränderung erfuhren. Die "klassische" Korrespondenzkarte hingegen wurde weiterhin von Künstlern in adressierbare Originale verwandelt. Gesammelt wurden die illustrierten Grußbotschaften in eigens dafür angefertigten Alben, Mappen oder Blechschatullen. Sammeln heute Der unheimlichen Vielfalt entsprechend wird heute hauptsächlich nach Themen gesammelt. Topografie zählt hier nach wie vor zu den gefragtesten Bereichen, doch auch jene rund Tausend verschiedenen Motive, die zwischen 1907 und dem Beginn des ersten Weltkrieges von der Wiener Werkstätte aufgelegt wurden, erfreuen neben anderen Künstlerpostkarten international größter Beliebtheit. Während der Sammler in Übersee hier die Qualitätsstufe "mint", also druckfrisch, bevorzugt, findet man hierzulande auch die weitaus günstigeren beschriebenen Postkarten reizvoll. Fündig wird man nicht nur beim Stöbern beim Antiquar, Philatelisten und am Flohmarkt, sondern auch bei Auktionen. In Österreich hat sich das Salzburger Auktionshaus Markus Weissenböck auf Postkarten spezialisiert, anderorts wird man in den Sparten Autographen, Briefmarken und Jugendstil fündig, wobei gerade im niedrigen Preissegment ab 10 Euro erstaunlich viele Fälschungen im Umlauf sind. Die Preise für Postkarten der Wiener Werkstätte oder anderen von Künstlern entworfenen Karten beginnen bei 30 Euro, wobei man bei einem Grossteil der Motive bei einem gut erhaltenen Exemplar mit 150-200 Euro rechnen muss. An der Spitze der Wiener Werkstätten - Postkarten seht bislang eine Krampuskarte (Nr. 542), die bei einer Auktion 11.000 Euro eingebracht hat.

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