Werbung
,

Vom Selbstzweck der Farbe - Monochromie als Prinzip: Vom Selbstzweck der Farbe - Monochromie als Prinzip

\"Das Museum auf Abruf ist als lose Folge von Ausstellungen konzipiert, die vom Kunstreferat der Kulturabteilung der Stadt organisiert werden. Im Rahmen der städtischen Kunstförderung werden seit 1951 Arbeiten von Wiener Künstlern angekauft, wodurch mittlerweile eine Sammlung von 15.000 Kunstobjekten herangewachsen ist. Die vor allem themenbezogenen Ausstellungen des Museums auf Abruf werden ausschließlich aus diesem Fundus ausgewählt. Seit 1987 erfolgen die Ankäufe auf Empfehlung einer Fachjury.\" Nachdem wir es nicht besser formulieren könnten, haben wir oben Angeführtes aus dem Katalog geborgt. Wir verkneifen uns die Frage, welches sozialpartnerschaftliche Prinzip vor 1987 für Einkäufe verantwortlich war, berichten sodann, daß die momentan zu verfolgende Schau der \"Monochromie als Prinzip\" verpflichtet ist, und nehmen wieder den Katalog zur Hand. Da fliegt uns ein Zettel mit dem Hinweis entgegen, daß in der Publikation zwei Abbildungen auf den Kopf gestellt und eine weitere um 90 Grad gedreht worden sind. Das ist nicht weiter schlimm, denken wir uns: nicht weil es bei derlei Bildern sowieso auf keine Gewichtung ankommt, sondern weil die Qualität der Abbildungen von vornherein miserabel ist. Daß das alles und insgesamt nicht weiter schlimm ist, haben sich wohl auch die Organisatoren gedacht und ein Präsentatiönchen hingelegt, für das \"lieblos\" noch ein Euphemismus ist. Bei derlei Bildern kommt es ja eigentlich auf Nuancen an: Wird die Oberfläche betont, oder steht die Objekthaftigkeit im Vordergrund? Interessieren sich die Künstler für die Flachheit und damit für mediale Bedingungen, oder ist es ihnen um die Gestik zu tun und damit um die Signifikanz für die eigene Person? Baut sich die Monochromie nur auf einer einzigen Farbe auf, gibt es Valeurs oder gar, unterschwellig, Komplementärkontraste? So viele Fragen. Wie soll man sie beantworten, wenn von jeder künstlerischen Position nur ein einziges Beispiel vertreten ist? Marianne Madernas Materialuntersuchung per Wandrelief mit Stahl und Gummi: Was ist daran monochrom? Und wieso ist Matthias Herrmann vertreten - soll das heißen, daß Farbfotos, die aussehen wie Schwarz-Weiß, unter die Problemstellung der Schau fallen? So viele Fragen. Manches sieht ja leicht aus in der Kunst. Und manches ist dann doch so schwierig.
Vom Selbstzweck der Farbe - Monochromie als Prinzip
15.03 - 28.04.2001

MUSA
1010 Wien, Felderstraße 6-8, neben dem Rathaus
Tel: +43 (0)1 4000 8400, Fax: +43 (0)1 4000 99 8400
Email: musa@musa.at
http://www.musa.at
Öffnungszeiten: Di - Fr: 11:00 - 18:00, Do: 11:00 - 20:00, Sa: 11:00 - 16:00 Uhr


Ihre Meinung

Noch kein Posting in diesem Forum

Das artmagazine bietet allen LeserInnen die Möglichkeit, ihre Meinung zu Artikeln, Ausstellungen und Themen abzugeben. Das artmagazine übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der abgegebenen Meinungen, behält sich aber vor, Beiträge die gegen geltendes Recht verstoßen oder grob unsachlich oder moralisch bedenklich sind, nach eigenem Ermessen zu löschen.

© 2000 - 2022 artmagazine Kunst-Informationsgesellschaft m.b.H.

Bezahlte Anzeige
Bezahlte Anzeige
Gefördert durch: