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Werner Büttner - Das Fleisch organisiert sich selbst: Neue Collage und Malerei: Das Fleisch organisiert sich selbst

Die Karriere Werner Büttners und seiner Hamburger Frechkumpane Kippenberger und Oehlen begann in einer Zeit, die ihr Kombattant Diedrich Diederichsen auf das folgende Kürzestschema brachte: \"Die Phase von 1977 bis 1984 ist gekennzeichnet durch eine besondere strategische Lage in der Kulturarbeit: Der Feind steht links, man selbst steht noch weiter links.” Also suchte man den sozialdemokratischen Nachtwächterstaat abzukanzeln, indem man ihn rechts überholte: Mit dem konservatisten aller Medien, der Malerei, und mit allem was das Arsenal des Reaktionären hergab, Macho-Sprüchen, Military Look, pubertärem Geprotze. Zumindest war es, nicht selten, witzig. Zwanzig Jahre danach stellt Büttner bei Christine König aus, einige Gemälde aus der letzten Zeit sowie Collagen über Illustrierten-Fotos, die in Gestalt von C-prints auf Malereiformat aufgeblasen worden sind. Anzunehmen, daß der Zeitgeist auch heute noch links stünde, würde selbst Büttners Sarkasmus überfordern. Der Jargon seiner Bilder allerdings blieb im Gegensatz zum Status Quo des Gesellschaftlichen unverändert. Büttner kämpft nach wie vor mit dem Lustigen und Launigen, und eine Arbeit wie \"Feier/Abend/Land”, das vier augenscheinlich auf Ballermann getrimmte Jungdeutsche mit blanken Ärschen und eine von soviel Charme offenbar geblendete Eule (der Minerva?) mit Sonnenbrille zeigt, hat den angestrebten brachialen Humor. Allerdings konnte sich Büttner in diesem Fall auch an einem denkbar brachialen Motiv austoben. Fast ein Jahrzehnt lang hat Büttner auf große bildnerische Statements verzichtet. Nun ist er wieder da und offenbar ganz der alte. \"Rentenjammer in Öl” führt entsprechend zwei Störche vor, die auf einen leeren Lehnsessel starren, der an jene Stelle gesetzt ist, an dem einst eine Wiege stand: Jaja, die Demografie und die Demokratie und die Demontage. Büttner treibt nach wie vor seine Scherze mit den Zuständen. Die Programmatik allerdings, die sein und seiner Freunde Unterfangen einst doch über den Kurzzeit-Klamauk hinaushob, ist ihm abhanden gekommen.
Werner Büttner - Das Fleisch organisiert sich selbst: Neue Collage und Malerei
25.04 - 05.05.2001

Christine König Galerie
1040 Wien, Schleifmühlgasse 1a
Tel: +43-1-585 74 74, Fax: +43-1-585 74 74-24
Email: office@christinekoeniggalerie.at
http://www.christinekoeniggalerie.at
Öffnungszeiten: Di-Fr: 12-18h
Sa 12-16h


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