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Pirmin Blum - Rebel without a cause: Pixelbräute in der Todeszone

Würde man eine Ranking der gefragtesten KünstlerInnen in Österreich erstellen, dann wäre der in Wien lebende Schweizer Videokünstler Pirmin Blum einer der Hippsten. Er ist aber im Kunstbetrieb nicht nur gefragt, sondern auch teilweise unerwünscht. Nach einer Auftragsarbeit für einen "Möchte-gern-Galeristen" wurde nicht nur diese, sondern er selbst - ad personam - verworfen. Daraus wurde einer der Skandale dieses Sommers. In der Zwischenzeit hat der erste Birgit-Jürgenssen-Preisträger ein Tokio-Stipendium erhalten und in Grita Insams neuen Räumlichkeiten eine Einzelausstellung. Mord, Selbstmord und Vatermord prallen in einer durch fiktionale Medien verwunschenen hypnotischen Pixel-Atmosphäre aufeinander. Selbst der erste weiße terroristische Discotanz als Video ist mit dabei. Ein futuristischer Mercedes-Benz in Rot strahlt erotische Glanzreflexe in die verdunkelten Toteszonen aus, und verführt als verzaubernde Kulisse des maskiert Tanzenden mit Champagnerglas. Der (Totes)Tanz ist wiederum formal in einen psychoanalytischen Fetisch eingebaut - eine Bondage-Skulptur, die im Raum die potenzielle Mordwaffe - eine mit "Warhol - Flowers" gemusterte Krawatte - kokett verstellt. Die pechschwarze Skulptur hat Kraft und Klasse im Vergleich zu Thomas Hirschhorns politischem Kindergarten. Und was braucht man noch mehr, um geheimen Träumen ihren freien Lauf zu lassen? Als Schlüsselfigur bekommt Sexidol und Superstar Marilyn Monroe aus Pappkarton in einem öden amerikanischen Vorort ihren glamourösen Auftritt - und man wird an ihren süßen Song "Daddy" erinnert. Mit diesem netten Kosenamen pflegte die amerikanische Filmgöttin jeden ihrer Lover zu nennen. Haben die zwei fotografierten inhaftierten Teenager auch ihren Vater so genannt, bevor sie ihn ermordet haben? Monroe ist tot und läßt grüßen. Die Brüder Alex und Derek King ist eine Arbeit, die der Kombiausstellung "Superstars" jenseits ihres Prinzips Prominenz gut getan hätte.
Pirmin Blum - Rebel without a cause
19.11 - 07.12.2005

Galerie Grita Insam
1010 Wien, An der Hülben 3
Tel: + 43 1 512 53 30, Fax: +43 1 512 5330 15
Öffnungszeiten: geschlossen


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