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Jüngste Restitution an die Erben nach Altmann

Das Bundesamt zur Regelung offener Vermögensfragen (Berlin/ Magdeburg) hat nun ein Bildnis Franz von Lenbachs an die Erben nach Bernhard Altmann restituiert. Die etwas unglückliche Formulierung im offiziellen Pressetext - "Altmann verlor es in der Nazizeit" - soll den Erfolg nicht schmälern. Zur Auffindung des Bildnisses - es befand sich als Dauerleihgabe des Bundes im Wallraf-Richartz-Museum in Köln - benötigte man wie in Restitutionsfragen üblich, deutlich weniger Zeit, als für das juristische Prozedere vom aktiven Rückgabeantrag der Erben bis zur nunmehr offiziell erfolgten Rückstellung. Vom Dorotheum "in situ" versteigert Im Rückblick lässt sich die Geschichte zu diesem 1872 von Lenbach (1836-1904) gemalten Porträt der Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn wie folgt rekonstruieren: Als Altmann 1938 zur Flucht gezwungen wurde, beschlagnahmte die Gestapo die gesamte Villeneinrichtung (Kopfgasse 1, 1130 Wien) und überstellte sie dem Dorotheum zur Verwertung. In Sophie Lillies Standardwerk, dem 2003 im Czernin-Verlag veröffentlichten Handbuch der enteigneten Kunstsammlungen Wiens finden sich im zugehörigen Altmann-Kapitel (S 32 bis 78) hierzu noch weitere Informationen. Das nun restituierte Bild (Lot Nummer 417, Rufpreis 300 Reichsmark) war am 18. Juni 1938 im Rahmen einer insgesamt fünftägigen Auktion vom Dorotheum in den Räumlichkeiten der Villa versteigert worden - wie insgesamt 1889 andere Objekte auch. Ausgenommen hiervon waren als besonders wertvoll eingestufte Gegenstände, darunter mehrere Gemälde von Albin Egger-Lienz, wie jenem nach wie vor im Besitz der Kärntner Landesgalerie befindlichen "Huldigungsfestzug der Tiroler Schützen bei der Jahrhundertfeier am 29. August 1909" (siehe Abbildung in erwähntem Handbuch Seite 35). Im November 38` verkaufte die Wiener Galerie Neumann das Werk an den deutschen Kunsthändler Karl Haberstock, der es dann zur Aufnahme in die Sammlung des geplanten Führermuseums in Linz an die Reichskanzlei weiter veräußerte.

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