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Tapeti: Mit Tapeten durch den Haupteingang

Das Museum für Gegenwartskunst in Skopje, ein modernistischer Bau in der Oberstadt, auf dem Hügel der Festung Kale gelegen, ist gewiss nicht einfach zu bespielen. Viel Glas, viel Treppe, wenig Wände. Womöglich waren die Mitglieder des Kunstrates der EVN eben deshalb begeistert von dem Ort, sie kennen das von der Firmenzentrale – auch so ein 1960er-Jahre-Bau.

In Maria Enzersdorf hatte man sich bereits vor Jahren den Kopf zerbrochen über das Präsentieren der Sammlung unter schwierigen Bedingungen, wie etwa während größerer Umbaumaßnahmen. Seit 2018 werden ohne weitere Vorgaben Aufträge für den Entwurf von Papiertapeten erteilt, die als Teil der Kunstsammlung diese überall konservatorisch unbedenklich repräsentieren können. Als das, was sie sind -Wallpaper- werden sie zudem als Träger und Hintergrund zur Präsentation von Werken aus der Sammlung genutzt. Mittlerweile, so Heike Maier-Rieper, Mitglied des Kunstbeirates, sind es 40 Entwürfe, über die Sammlung verfügt.

Ein Teil davon ist nun in Skopje zum Einsatz gekommen. Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens der Tochterfirma des niederösterreichischen Energieversorgers in Nordmazedonien ging ein Teil der Tapetenkollektion auf Reisen und ist Titelgebend für eine gemeinsame Ausstellung der - etwas disparaten -Sammlungsbestände des Museums und der EVN: Tapeti

Aus der Not an Hängefläche wurde nach der Idee von Beiratsmitglied Markus Schinwald ein Raumkonzept erstellt, das triftig wie evident ist. Paravents wurde mit den Tapeten überzogen, die Werke auf oder vor ihnen nach ästhetischen, thematischen oder schlicht assoziativen Gesichtspunkten präsentiert. So trifft eine Fotoarbeit von Douglas Gordon auf die Tapete von Valie Export, Henrike Naumanns Streumusterentwurf bilden den Fond für eine Skulptur von Stanko Pavleski sowie eine Mixed Media-Arbeit von Tomo Shijak und in den meisten Fällen funktioniert das dialogische Setting in dem gläsern wirkenden Kubus richtig gut.

War es nicht die Architektur der Moderne, die sich von allem Dekor und Ornament verabschiedet hatte, während alles als dekorativ belächelte Angewandte durch die Hintertüre längst wieder in der Kunst gelandet war und einen nicht geringen Anteil zu der Erfolgsgeschichte der abstrakten Kunst beigetragen hatte? Hier in Skopje geht die Geschichte weiter – als Kunst betritt die Tapete das Museum durch den Haupteingang.

Bis 15.07.2026

⤇ www.tapeti.at/en/

Mehr Texte von Daniela Gregori

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