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Langsame Annäherung an ein Museum

Seit dem 18.Mai werden die zuletzt laufenden Ausstellungen des mumok Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien abgebaut um Platz für das Programm der neuen Direktorin Fatima Hellberg zu machen.

Den Übergang von einer Direktion zur nächsten gestaltet sich als Prozess der das Publikum an die große Wiedereröffnung mit der Ausstellung Terminal Piece auf fünf Ebenen des Museums und der Neugestaltung der Eingangsebene durch die Bühnenbildnerin Anna Viebrock heranführen soll.

Im Programm „Tolia Curiculum“ können Besucher:innen mit zu speziellen Terminen einen Einblick in die Arbeitsweise der Künstlerin Tolia Astakhishvili gewinnen, die gerade ihre erste museale Einzelausstellung aufbaut.
Zusätzlich gestalten weitere Akteur:innen aus interschiedlichen Kontexten ein Abendprogramm das Vorträge, Lesungen und Performances ebenso einschließt wie Workshops die Besucher:innen zum spontanen Mitmachen auffordern. Astakhishvili selbst lädt an zwei Abenden jeweils über eineinhalb Stunden zu Tai Chi und Qi Gong, die Konzeptkünstlerin Natalia Medebach bietet Shiatsu und Reiki. An Sonntagnachmittagen gibt es ein eigenes Programm für Kinder ab 14 Uhr.

Am 20. Juni folgt dann die große Eröffnung der neuen Gesamtinszenierung auf allen Ebenen des Hauses. In sechs „Akten“ will Fatima Hellberg eine Auswahl aus der Sammlung neu präsentieren. Sie strebt eine stärkere Öffnung des Hauses nach inne und außen an. Dazu werden etwa die vom Architektenteam Ortner & Ortner geplanten Fenster wieder geöffnet die zwischenzeitlich zugunsten von mehr Hängefläche geschlossen waren. Die Eingangsebene wird von der Bühnenbildnerin Anna Viebrock zu einem Parcours umgestaltet, der den üblichen White Cube in eine begehbare Inszenierung verwandelt die mehr Wohnsituation als Museumsraum sein soll. Viebrock hat dazu recherchiert, wie die für das mumok wichtigen Sammler:innen Irene und Peter Ludwig und Wolfgang Hahn mit ihrer Kunst gelebt haben. Diese neue, 700 Quadratmeter umfassende Erlebnisraum kann ab dem 21. Juni bis zum 30. September dann gratis besucht werden. Damit will Hellberg zumindest für einen Teil des Museums die Barriere abbauen, die der Eintritt von immerhin 18 Euro (regulärer Preis) für viele Menschen darstellt. Potentielle Einnahmenverluste können durch extra eingeworbene Sponsormittel ausgeglichen werden. Auch das Board des mumok konnte die Direktorin für eine teilweise Umwidmung des Ankaufsbudgets für die Finanzierung ihrer Pläne überzeugen.

Das Programm bis 20. Juni soll dem interessierten Publikum die Möglichkeit eröffnen, sich mit dem mumok und seiner Sammlung auf eine neue, interaktivere Art auseinanderzusetzen und institutionelle Barrieren verringern.

Das gesamte Programm gibt es auf ⤇ mumok.at

Mehr Texte von Werner Remm

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