Affordable Art Fair Vienna: Eine Halle Buntes
Oft wird vergessen, dass trotz vieler Meldungen zu Millionenpreisen für einzelne Kunstwerke sich der größte Teil des Kunstmarktes auf einem wesentlich geringeren Preisniveau abspielt. Zwar tragen die hochpreisigen Kunstwerke mehr zu den weltweiten Umsätzen bei, doch über 90% der Kunstwerke in Auktionen wurden zuletzt zu einem Preis von unter 50.000 Euro verkauft. Gerade der Markt im vier- und unteren fünfstelligen Bereich hat sich nicht nur erstaunlich stabil gezeigt, sondern konnte sogar zulegen. Genau in diesem Segment hat sich die Affordable Art Fair etabliert, die vor 27 Jahren von Will Ramsay gegründet wurde und nun an 19 unterschiedlichen Orten weltweit stattfindet.
Noch bis zum 31. Mai ist die Marx Halle Austragungsort der zweiten Ausgabe der Messe in Wien. 62 Galerien präsentieren Werke von über 400 Künstler:innen mit einer Preisobergrenze von 10.000 Euro. Österreich stellt mit 16 Galerien ein relativ kleines Kontingent an Teilnehmenden. Grubeck Contemporary gibt sich mit den Arbeiten von Godot und Christina Fiorenza einen leicht italienischen Touch, ergänzt durch die Österreicherin Michaela Schwarz-Weismann. Die Galerie Leonhard aus Graz zeigt u.a. Andreas Leikauf und Ilse Haider und die Multi-Messeteilnehmer Kunsthaus Wiesinger haben Arbeiten von N.D.C.M. Fröhlich und Antonia Riederer mitgebracht. Die Bakerhouse Gallery ist die einzige Galerie mit einer Soloschau. Sie zeigt Arbeiten von Josef Florian Krichbaum, der der erste zeitgenössische Künstler ist, der ganz aktuell einen der ikonischen PEZ-Spender gestaltete, die es am Messestand ebenfalls zu erwerben gibt.
Beim Programmschwerpunkt „Spot on Spain“ ist z.B. die Pigment Gallery dabei, die in den letzten Jahren schon auf anderen Messen in Wien präsent war. Einen Blick in die aufstrebende zeitgenössische Szene in Azerbaijan bekommt man bei der Fluxus Gallery.
Das Angebot auf der Affordable Art Fair ist traditionell sehr bunt und kreativ. Es geht vor allem darum ein Publikum zu bedienen, das Kunst vor allem kauft, um das eigene Umfeld, Wohnung oder Haus attraktiv zu gestalten. Das Publikum ist tendenziell jünger als auf klassischen Messen, was natürlich am großen Angebot günstiger Werke liegt. Eine eigene Wand gleich beim Messeingang ist nur Kunstwerken unter eintausend, bzw. 500 Euro gewidmet. Da fällt die Entscheidung leicht, auch wenn die Chance auf Wertsteigerung dann auch entsprechend gering ausfällt. Die Affordable Art Fair ist eine Messe, die nicht das Investment in Kunst propagiert, sondern die Freude, die auch günstige Kunstwerke machen können.
Mehr Texte von Werner Remm 28 - 31.05.2026
Marx Halle
1030 Wien, Karl-Farkas-Gasse 19
https://affordableartfair.com/fairs/vienna/
Öffnungszeiten: Do 14-21, Fr 12-21, Sa 10-19, So 10-18 h
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