Auktion 32: Neue, wilde Auktion
Bei 78% lag die Verkaufsquote bei der letzten Auktion vom 26. Jänner dieses Jahres. Am 11. Mai tritt Otto Hans Ressler mit seinen Kunstauktionen neuerlich vor das Publikum und hofft dass die 250 Lose der Auktion mindestens ebenso erfolgreich versteigert werden.
Gemessen an der Anzahl der verfügbaren Werke sticht diesmal Arnulf Rainer hervor, der mit 20 Arbeiten in der Auktion vertreten ist. Frühe Druckgrafiken des im vergangenen Jahr verstorbenen Künstlers beginnen bei 300 Euro, für die „Flamme“ aus der Serie der Face Farces sollte man mindestens 15.000 Euro bieten. Hans Staudacher steht mit zehn Werken an der zweiten Startposition. Mischtechniken auf Papier starten bei 1.800 Euro, für ein Werk in Öl auf Leinwand werden 9.000 bis 12.000 Euro fällig – mindestens, je nach Interesse von mitbietenden Sammler:innen.
Ein ganzer Block von Arbeiten ist der Generation der Neuen Wilden gewidmet, die in den 1980er Jahren angetreten waren, die Malerei mit ihrer figurativen Expression weiter zu entwickeln. Siegfried Anzinger, Erwin Bohatsch, Herbert Brandl, Gunter Damisch, Alois Mosbacher, Hubert Scheibl, Hubert Schmalix und Walter Vopava sind in der Auktion mit jeweils mehreren Arbeiten vertreten. Papierarbeiten gibt es um 1.000, Gemälde um bis zu 35.000 Euro (Rufpreis).
Das Toplos der Auktion stellt diesmal A. R. Penck dessen 2x3 Meter messende Leinwand „Ohne Titel (39 äpfel yael und flo)“ aus dem Jahr 1986 mit einem Rufpreis von 50.000 Euro ausgepreist ist. Achtzig Jahre früher hat Koloman Moser seinen Entwurf für den Fries des Hochaltarbildes der Otto Wagner Kirche am Steinhof in Wien gemalt, der ebenfalls ab 50.000 Euro zu haben ist.
Insgesamt zählt die Liste der Künstler:innen deren Werke zur Auktion gelangen 115 Namen auf, davon zehn Künstlerinnen, z.B. Martha Jungwirth, Hildegard Joos und Theres Cassini.
Im Vorwort zum Auktionskatalog thematisiert Otto Hans Ressler dann noch einen Künstler, um den es in letzter Zeit wieder Diskussionen gibt: Otto Mühl. Der Auktionator erklärt darin, warum er bestimmte Werke von Mühl nicht versteigern würde, andere aber doch. Besonders Arbeiten auf denen Opfer Mühls abgebildet sind und Werke aus der Serie der „Aschebilder“ soll es nicht bei den Ressler Kunst Auktionen geben. Ob und wie mit der Kunst Otto Mühls umzugehen ist und wann es zulässig ist, Werk und Biografie des Künstlers zu trennen, wird aber auch in Zukunft noch weiter diskutiert werden. Wer eine der drei angebotenen Arbeiten erwerben will, muss das für sich entscheiden, an allen anderen Kunstwerken aus der Auktion kann man sich aber ganz ungehindert erfreuen, besonders wenn man sie nach der Auktion in seinem Besitz hat.
Mehr Texte von Werner Remm 11 - 11.05.2026
Ressler Kunst Auktionen
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