(K)ein Begriff. Skulpturales aus der Sammlung Liaunig: Alles, was der Raum begehrt
Dieses Jahr also geht es in Neuhaus/Suha um Skulptur, nicht zum ersten Mal, doch ist daraus nicht weniger als eine bemerkenswerte Entwicklungsgeschichte überwiegend österreichischer Positionen geworden.
Was also tun, wenn dieser Bereich der Sammlung bereits vor einigen Jahren innerhalb einer Präsentation thematisiert wurde und die Bestände der Kollektion im positivsten Sinne breit gefächert wie ausufernd sind? Gleich im Titel „(K)ein Begriff, stellt die Kuratorin Alexandra Schantl die Problematik heraus: Skulptur ist längst nicht alleine das dreidimensionale Objekt, über das man fällt, wenn man zurücktritt, um ein Gemälde zu betrachten - ein Bonmot, das Barnett Newman zugeschrieben wird. Zwölf Kapitel sind es geworden, in denen Figur und Abstraktion, Materialität und deren Fehlen, Körper und Partizipation oder Skulptur in Bezug zu Raum oder Architektur verhandelt werden. Eine fein positionierte Ausstellungsarchitektur, lässt unter den einzelnen Exponaten und Positionen verschiedenster Generationen aufschlussreiche Dialoge wie auch weitschweifende Blicke durch die langgezogene Halle zu.
Chronologisch beginnt die Reise mit Fritz Wotruba und den auf ihn folgenden Klassikern der österreichischen Bildhauerei Joannis Avramidis, Josef Pillhofer oder Karl Prantl, aber auch jenen, die neue Wege einschlugen, Roland Goeschl Ingeborg G. Pluhar, Bruno Gironcoli, Walter Pichler oder Cornelius Kolig. Wichtige Referenz für folgende Generationen seines Metiers, so wird in dieser Präsentation einmal mehr klar, ist Josef Bauer. Die unmittelbare Nachbarschaft seiner Werke zu Passstücken von Franz West, der Fotoarbeiten von Heidi Harsieber oder den Anfängen von Erwin Wurm sind von erstaunlicher Evidenz.
In dem Dutzend an klar umrissenen Kapiteln vermisst man schlicht keinen Aspekt, vielmehr freut man sich über die breit gefächerten Möglichkeiten der Begriffsauslegung. „bodies in urban spaces“ oder „living room“ etwa, die Kollaboration des Choreografen Willi Dorner und der Fotokünstlerin Lisa Rastl, in denen Körper architektonische Zwischenräume füllen oder Räume durchmessen. Ins Schmunzeln gerät man bei der Vorstellung, wo die Planeten von Frenzi Riglings „Kosmos“, wohl hergekommen sein könnten. Wie kurz ist doch der Weg einer Socke vom Mikrokosmos unterm Bett in die Weiten des Alls an der Wand. Und wenn wir schon bei einem für skulpturale Werke ungewöhnlichen Mangel an Bodenhaftung sind: Über allem schwebt Werner Reiterers lebensechtes Abbild als Teil der „Anfänge der Raumfahrt“, mit der Erde verbunden durch einen Schlauch der in einer Heliumflasche endet.
26.04. - 31.10.2026
Museum Liaunig
9155 Neuhaus/Suha, Neuhaus 41
Tel: +43 (0)4356 211 15
Email: office@museumliaunig.at
http://www.museumliaunig.at/
Öffnungszeiten: Mi-So 10-18 h
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