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Mehrwertsteuer auf Kunst wird endlich angepasst!

Nach den Plänen der Regierung soll die Mehrwertsteuer auf Kunstwerke und Antiquitäten auf 30 Prozent angehoben werden.

Die Zeiten sind unruhig, das Budget der Republik kracht wie ein Kaisersemmerl und die Inflation ist auch nicht kleinzukriegen. Unbemerkt von anderen Parteifreunden und den Koalitionspartnern haben sich Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) und sein Parteikollege Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler in ein stilles Kämmerchen zurückgezogen um zu beratschlagen, mit welchen Mitteln das Budget unter Einbeziehung der Kunst saniert werden könnte. Die Subventionen für Kultur sollen zwar im nächsten Doppelbudget noch weiter zurückgefahren werden, doch angesichts der bereits erfolgten Kürzungen ist da nicht mehr viel zu holen.

Für Kunstminister Babler ist es vor allem der Kunstmarkt, bei dem aus seiner Sicht noch am ehesten Geld herausgepresst werden kann. In alter sozialistischer Tradition sieht Babler in Galerist:innen und Kunsthändler:innen ohnehin nur Geldsäcke die sich auf Kosten der erbarmungswürdigen Künstler:innen bereichern. Kunst zu kaufen können sich nach Meinung des Vizekanzlers außerdem nur Superreiche leisten. Das Wahlversprechen einer Reichensteuer könnte so ebenfalls glaubwürdig eingelöst werden. Sozialistische Kulturpolitik müsse sich, so Babler, an ihre Wurzeln erinnern wie etwa an die Einführung der 30-prozentigen Luxussteuer unter Bundeskanzler Kreisky.

Der Kunsthandel, der fast ausschließlich aus Ein-Personen-Unternehmen besteht, trägt für den ehemaligen Arbeiterkämmerer Marterbauer so wenig zu den Lohnsteuereinnahmen bei, dass da jedenfalls eine zusätzliche Einnahmequelle von dieser Seite für den Staat wünschenswert wäre.

Zugute kommt den beiden Politikern, dass aus den Reihen der Koalitionspartner wenig Widerstand gegen das Abschöpfen des Kunsthandels geleistet wird. Der ÖVP ist durch die vielen Koalitionen mit den Freiheitlichen auf Länderebene das bürgerliche Kunst- und Kulturverständnis ohnehin schon abhandengekommen. Die Neos begrüßten die Idee und Sepp Schellhorn forderte die totale Deregulierung der Museen durch den Verkauf nicht ausgestellter Kunstwerke.

Ab dem 2. April wird in Österreich daher ein Luxus-Mehrwertsteuersatz von 30% auf Verkäufe von Kunstwerken und Antiquitäten erhoben.

Die Grünen forderten allerdings eine Ausnahme für Kunstwerke, die hyperrealistisch gemalte E-Autos zeigen und die FPÖ will 0% Mehrwertsteuer auf Gemälde von heroischen Soldaten und blonden Jungfrauen im Dirndl.

Auf Nachfrage wie es denn um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Galerienszene bestellt sei – immerhin gelten in den umliegenden Ländern Mehrwertsteuersätze von 5 bis 7% auf Kunstwerke – wurde seitens der beiden Minister darauf verwiesen, dass es keine Aufgabe des Staates sein könne, die Spekulation der Kunstsammler:innen auf Wertsteigerung ihrer Kunstwerke zu unterstützen. Außerdem sei die Wettbewerbsfähigkeit mit den bisher bestehenden 13% ohnehin schon nicht mehr gewährleistet gewesen.

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Abbildung: Detail aus: Gerhard Richter, "Flow (P5)", 2013, C-Print in Farbe auf Alu-Dibond, Auktion Druckgrafik & Multiples, Dorotheum, 7. April 2026

Liebe Leser:innen, dieser Text wurde am 1. April veröffentlicht. Vielleicht ist der Inhalt daher nicht ganz ernst zu nehmen.

Mehr Texte von Werner Remm

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