Lampen รก la art
Lichtrauschen in den Galerien Kunsttankstelle, MASC Foundation, Wechselstrom
Zum ersten Mal gab es in den Galerien der Grundsteingasse die dreitägige Ausstellung Lichtrauschen, mit Kunstwerken und Kollaborationen von Denny Voch. Über drei Schauplätze, mehrere Overheadprojektoren, Röhrenfernseher, Thriller-Musikvideo mäßige Mengen an Theaternebel und natürlich Lampen aller Art entsteht eine Mischung aus Rundgang und Performance. Während Denny Voch durch die Tiefen des Nebels Soundscapes und Lichtprojektionen in die sonst stockdunkle Kunsttankstelle mixt, trauen sich zwei hinein, die nur zufällig vorbeigelaufen sind. “Wir dachten hier ist ein Club oder so…” Da ging es mir tatsächlich ganz ähnlich. In der Galerie Wechselstrom wurde das Publikum dazu eingeladen, durch einen blinkenden Bildschirm Halluzinationen zu erzeugen, die Overheadprojektionen erinnern an eine Liquid Light Show der 70er und im Hinterzimmer der MASC Foundation gab es dann zur Beruhigung eine Art White Cube mit Batiktüchern.
Alle Stationen waren auch mit Audio ausgestattet, eine eigene kleine Welt, die kühle Nachtluft zwischen den Galerien eine kurze Erinnerung an das Hier und Jetzt. Wenn nicht gerade eine Performance stattfand, wurde der Nebel der Kunsttankstelle in neonpink beleuchtet, was die Atmosphäre in keiner Weise weniger Trip-mäßigkeit verlieh. Das schien aber auch neben der guten Lage der Grundsteingasse definitiv Laufpublikum anzulocken, dazu lädt die Kunst Denny Vochs aber auch wirklich ein. In jedem Raum gab es Möglichkeiten, mit den Werken zu interagieren, sie zu verändern oder Teil von ihnen zu werden. Selbstverständlich hilft es auch, wenn es aus den Schaufenstern der Schauplätze nur so rausblinkt, -klingt und -nebelt: es war definitiv eine Ausstellung, die dem Publikum wahrnehmungstechnisch viel abverlangt, aber das ist heutzutage wohl eine gute Möglichkeit, die Aufmerksamkeit bei der Kunst zu halten - sie hat es in diesem Fall auch verdient.
Mit großen Augen fragen mich die beiden Zufälligen, was das denn jetzt alles zu bedeuten hätte, als sie die Kunsttankstelle verlassen. Zur Antwort kann ich nur empfehlen, sich vor den blinkenden Bildschirm zu setzen.
Mehr Texte von Veronika Metzger
Teilen





