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Kreativ für das Klima

Seit der letzten Klima Biennale im Jahr 2024 hat sich vieles verändert, leider nur wenig zum Guten. Während die Politik in vielen Ländern einem neuen Konservativismus (oder Schlimmerem) huldigt und bereits beschlossene Maßnahmen gegen die Klimaerwärmung kippt, zeigen sich die Folgen eines beinahe ungebremsten CO2 Anstiegs umso deutlicher. Die Klima Biennale Wien kann dieser Entwicklung im Großen wenig entgegensetzen, aber sie will wenigstens in der Stadt Wien Überzeugungsarbeit leisten und Menschen zum Nachdenken über die Dringlichkeit der nötigen Veränderungen im Verhalten des/der Einzelnen und der Politik zu bringen. Immerhin bekennt sich die Wiener Stadtpolitik zu diesem Programm, auch wenn Stadtautobahnen immer noch Thema sind. 1,35 Millionen an Subventionen bekommt das Festival, 150.000 Euro steuern Sponsoren zum Budget dazu, etwas weniger als noch vor zwei Jahren. Das bringt eine Verkürzung und Straffung des Programms gegenüber 2024 mit sich, dafür wird der öffentliche Raum stärker einbezogen.

Kunst als Vermittler

Die Klimapolitik und die nötigen Maßnahmen zum Klimaschutz sind komplex und oftmals schwer zu vermitteln. Die Klima Biennale will mit künstlerischen Mitteln das Publikum auf einer emotionalen Ebene erreichen und sensibilisieren. Ausstellungen, Einzelevents, ein Klimagipfel und Programme in Partnerinstitutionen sollen die Menschen auf unterschiedlichen Ebenen ansprechen.

Das KunstHausWien, das auch in diesem Jahr als Festivalzentrale fungiert, thematisiert mit der Ausstellung Seeds. Reclaiming Roots, Sowing Futures die Bedeutung von Samen als Lebensgrundlage und die damit verbundenen Handlungsfelder.
Möglichst viele Menschen niederschwellig zu erreichen ist das Ziel der Ausstellung (No) Funny Games am Karlsplatz. Dazu wird etwa Margot Pilz ihre Installation Kaorle am Karlsplatz aus dem Jahr 1982 reaktivieren. Auch wenn die Auswirkungen der Klimaerwärmung alles andere als einen entspannten Nachmittag am Strand bedeuten werden, soll die Dystopie erstmal Pause machen und Themen wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz kreativ-spielerisch erschlossen werden.

Eine von der Kuratorin Anne Faucheret kuratierte Zusammenarbeit von zehn Offspaces will unter dem Titel Speak We Must We Must Speak eine Sprache dafür finden, sich mit Ökologie, Komplexität und auch den nötigen als Einschränkung empfundenen Veränderungen auseinandersetzen.
Das Badeschiff am Donaukanal dient 80 Studierenden der Universität für angewandte Kunst und der Akademie der Bildenden Künste Wien als Erprobungslabor für die Auseinandersetzung mit Krise und Klimagerechtigkeit.
Zehn Projekte eines von der Wirtschaftsagentur Wien initiierten Wettbewerbs nehmen sich unterschiedlicher Stadträume an und schaffen Plätze und Situationen für Zusammenkunft und Austausch in zehn Gemeindebezirken.

Auch klassische Kulturinstitutionen wie die Kunsthalle Wien, Das Wien Museum, das Foto Arsenal Wien, MAK und Volkstheater beteiligen sich mit eigenen Programmpunkten an der Klima Biennale. Darüber hinaus gibt es Bildungsprogramme an Schulen.

Das Thema der Klimaveränderung ist zu ernst, um es nur der Politik zu überlassen. Die Klima Biennale Wien will vom 9. April bis 10. Mai möglichst viele Menschen mit Kreativität und neuen Ideen als Mitstreiter:innen für einen positiven Wandel machen.

Das ganze Programm gibt es ab Mitte März unter ⤇ biennale.wien

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Titelbild: Margot Pilz, Kaorle 1982 ©Margot Pilz und Bildrecht, Wien 2026

Mehr Texte von Werner Remm

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