Auf Rekordkurs zum Umbau
Das Kunsthistorische Museum befindet sich im aktuellen Jahr auf dem Weg zu einem Besucher- und Einnahmenrekord, so Generaldirektor Jonathan Fine im Rahmen der Pressekonferenz zur Vorstellung des Programms 2026. Allein von Jänner bis September haben rund 800.000 Menschen das Kunsthistorische Museum besucht, eine Steigerung von rund 20% gegenüber 2024. Auch die Häuser im KHM Museumsverband konnten zulegen, das Weltmuseum Wien um 11% auf 130.000 Besucher:innen und das Theatermuseum um 26% auf 40.000 Menschen, die vor allem die große Schau zum Johann Strauß Jahr im Haus am Lobkowitzplatz sehen wollten. Aktuell befindet sich das Theatermuseum in einer großen Umbauphase und wird im Frühherbst 2026 wieder eröffnet werden.
Das Wachstum bei den Besucher:innen schlägt sich auch im wirtschaftlichen Ergebnis nieder. Für das laufende Jahr prognostiziert der wirtschaftliche Geschäftsführer Paul Frey einen Eigendeckungsgrad von 55%.
Die hohen Einnahmen ermöglichen es dem KHM, das geplante Bauprojekt mit neuen, barrierefreien Eingangsbereichen und Kassen sowie verbesserten Fluchtwegen bis zur Baureife selbst vorzufinanzieren. Die rund 7,4 Mio € teuren Vorplanungen werden bis zum Jänner 2026 abgeschlossen sein. Dann erfolgt die Einreichung bei den Baubehörden, der Baubeginn ist für 2027 geplant.
Für das noch ungestörte Ausstellungsjahr 2026 sind im KHM drei große Ausstellungen geplant. Ab März werden die Stadtansichten Venedigs, Roms und Wiens von Canaletto und Bellotto gezeigt. Ihre Veduten, die ein stark idealisiertes Bild vom Alltagsleben zeichnen, beeinflussen die Wahrnehmung von Städten und sogar die Baupolitik Wiens (Stichwort "Canalettoblick") bis heute. Eine Mordgeschichte rollt die Ausstellung Tatort Ephesos ab Oktober auf. Arsinoë, die Schwester Cleopatras wurde in Ephesos ermordet. Von wem oder in wessen Auftrag sie getötet wurde ist nicht bekannt. Die Ausstellung beleuchtet anhand neuer Forschungsergebnisse die „Global Player“ des 1. Jahrhunderts nach Chistus, Cleopatra, ihre Liebhaber Cäsar und Marc Anton, sowie ihren Gegenspieler Augustus. Im Dezember zeigt das Museum dann den für seine Skulpturen gefeierten Gian Lorenzo Bernini als herausragenden Maler. Vor allem seine Porträts werden im Zentrum der Ausstellung stehen.
Das Weltmuseum Wien widmet sich 2026 dem zeitgenössischen Blick auf die Vergangenheit der Ethnologischen Sammlung. Das britische Studio Superflux untersucht in seiner Installation Relics of Abundance, wie sich Handwerk, Technologie und ökologische Intelligenz für neue Formen des Zusammenlebens nutzen lassen. Ab Juni steht das Weltmuseum ganz im Zeichen aktueller Formen des Geschichtenerzählens. Webtoons sind eine in Südkorea entstandene Form von Cartoons die online veröffentlicht werden. Diese Geschichten werden mittlerweile auf Spiele, Anime und sogar Realverfilmungen ausgedehnt und bilden einen Teil der kulturellen Identität Südkoreas. Ab Mai wird im Theseustempel im Volksgarten eine Installation des von der ugandischen Künstlerin gegründeten Studios Njola Impressions zu sehen sein.
Links zu den Museen
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