Markus Schinwald Interiors Inc.
Ausstellung bis 23. Dezember 2025
Thaddaeus Ropac Salzburg präsentiert eine Ausstellung mit neuen Werken des österreichischen Künstlers Markus Schinwald. Großformatige Tapisserien und eine immersive, schwer greifbare Klangkulisse transformieren die Galerieräume der Villa Kast und bieten ein einzigartiges, sinnlich erfahrbares Setting für Schinwalds aktuelle Werkserie. Nachdem sich der Künstler über viele Jahre mit der Komplexität von Körperwahrnehmung beschäftigt hat, erkundet er in seinen jüngsten Arbeiten die Verformung und den Verfall der „Erinnerungskultur“. Für Schinwald umfasst dies nicht nur rückblickende Konstruktionen der Vergangenheit, sondern auch spekulative Vorstellungen von der Zukunft – wie sie beispielsweise in Science-Fiction-Filmen zu finden sind –, die unweigerlich auf Fragmenten aus der Vergangenheit basieren. Sein Interesse gilt dabei besonders der zunehmenden „Nivellierung“ und Selbstreferenzialität von Bildern und Musik – eine Entwicklung, die durch künstliche Intelligenz und algorithmengesteuerte Medien vorangetrieben wird. Für diese Ausstellung versucht der Künstler, „ein spezifisches Raumgefühl oder Interior zu schaffen“, wobei er „verschiedene Methoden der Wiederbelebung, von der Restaurierung bis zur generativen Technologie“ einsetzt.
Markus Schinwalds interdisziplinäre Praxis umfasst Video, Performance, Tanz, Installation, Malerei, Fotografie, Theater und Puppenspiel. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen Transformationsprozesse, durch die er atmosphärisch dichte Stimmungen kreiert, die Anklänge an die Vergangenheit hervorrufen. Durch die Verschmelzung kunsthistorischer Traditionen mit der visuellen Grammatik zeitgenössischer Malerei und digitaler Technologien gestaltet Schinwald tradierte Konventionen neu, sodass sie auch unter zeitgenössischen Bedingungen bestehen können.
Schinwald wurde 1973 in Salzburg geboren und studierte an der Kunstuniversität in Linz und der Humboldt- Universität zu Berlin. Heute lebt und arbeitet er in Wien und New York. Er vertrat Österreich bei der 54. Biennale von Venedig im Jahr 2011 und seine Arbeiten wurden in zahlreichen institutionellen Einzelausstellungen gezeigt, darunter in der Fondazione Coppola, Vicenza (2021); Centro de Arte Contemporáneo de Málaga (2017); Magasin III, Stockholm (2015); M Leuven (2014–15); SFMoMA und CCA Wattis Institute for Contemporary Arts, San Francisco (2014); Palais de Tokyo, Paris (2013); Kunstverein Hannover (2011); Lentos Kunstmuseum, Linz (2011); Kunsthaus Bregenz (2009); Műcsarnok Kunsthalle, Budapest (2009); Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich (2008); Augarten Contemporary, Wien (2007); Museo d’Arte Moderna di Bologna (2006); Aspen Art Museum (2006); Frankfurter Kunstverein (2004); und Moderna Museet, Stockholm (2001). Zuletzt waren seine Arbeiten in den Gruppenausstellungen The Portrait’s Home – Home Portraits im Szépművészeti Múzeum, Budapest, und Illusion: Dream – Identity – Reality in der Hamburger Kunsthalle (beide 2024) zu sehen.
Die Werke des Künstlers sind in bedeutenden Sammlungen vertreten, darunter im Museum of Modern Art (MoMA) in New York; SFMoMA in San Francisco; Museum Belvedere in Wien; Falckenberg-Sammlung in den Deichtorhallen Hamburg; Hamburger Kunsthalle; Musée d’Art Moderne de Paris; Kunsthaus Zürich; und Tate in London.
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