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Birke Gorm gestaltet Österreich-Pavillon auf der 16. Gwangju Biennale 2026 in Südkorea

Künstlerin Birke Gorm wurde ausgewählt, Österreich bei der 16. Gwangju Biennale 2026 in Südkorea zu vertreten. Die Ausstellung wird von Attilia Fattori Franchini kuratiert und ist die zweite nationale Präsentation Österreichs bei der Gwangju Biennale.

Phileas – The Austrian Office for Contemporary Art lud im Rahmen eines Projektwettbewerbs Künstler:innen und Kurator:innen ein, Konzepte für die Realisierung des Österreichischen Pavillons an der 16. Gwangju Biennale 2026 einzureichen. In einem zweistufigen Auswahlverfahren wählte eine Jury bestehend aus Lisa Gersdorf (Herausgeberin, frieze, Berlin und London), 
Max Hollein (Direktor und CEO, The Metropolitan Museum of Art, New York), 
 Tessa Praun (Kuratorin und Autorin, Stockholm), 
Hans Schabus (Künstler und Professor, Universität für angewandte Kunst Wien), Jasper Sharp (Kurator und Autor, Wien) und 
Simone Subal (Galeristin, New York), die gemeinsam das International Advisory Board von Phileas – The Austrian Office for Contemporary Art bilden, das Sieger:innenprojekt aus insgesamt 35 Einreichungen aus.

„Das Konzept von Birke Gorm und Attilia Fattori Franchini überzeugte uns durch eine klare künstlerische Vision und die kritische Auseinandersetzung mit relevanten Fragestellungen wie dem Umgang mit Ressourcen oder den Folgen des Kapitalismus. Indem Birke Gorm alltägliche, scheinbar wertlose Materialien in ihren Arbeiten neuordnet, rückt sie Verdrängtes und Übersehenes in den Vordergrund und schafft einen Raum für kollektive Erinnerungen. Besonders beeindruckt hat die Jury, wie sich ihre Arbeit in den Kontext vor Ort einschreibt und so einen Dialog zwischen Ort, Material und Geschichte eröffnet. Birke Gorms eindringliche Installationen setzen sich mit komplexen Fragen der menschlichen Existenz in einem fragilen sozio-ökonomischen Gefüge auseinander und bestechen durch eine äußerst wirkungsvolle und fesselnde Bildsprache“, so Max Hollein im Namen der Jury.

Birke Gorms Arbeiten enthüllen verborgene Erzählungen und deuten gleichzeitig auf Möglichkeiten des Überlebens, der Wiederbelebung und des Umbruchs hin. In Anlehnung an Gorms künstlerisches Schaffen besteht die Ausstellung im Österreich-Pavillon größtenteils aus weggeworfenen und wiederverwendeten Materialien, die die Künstlerin in Wien und vor Ort in Gwangju sammelt. Unter dem Titel the evening and the morning and the night, verwandelt Gorm die Ausstellungsräumlichkeiten des Österreich-Pavillons im Eunam Museum of Art sowohl physisch als auch konzeptuell in einen Dachboden; ein Ort, der zumeist als Lagerraum genutzt wird und weitgehend unberührt bleibt. Der Dachboden wird in der Ausstellung als „Gedächtnis des Hauses“ betrachtet. So wie ein Dachboden alte, vergessene oder verborgene Gegenstände aufbewahrt, steht er hier symbolisch für die Speicherung und Wiederentdeckung von Erinnerungen, unverarbeiteten Emotionen und gesellschaftlichen Einflüssen, die im Verborgenen wirken. Besonders die häufig übersehenen Geschichten von Frauen, die oft marginalisiert oder nur mündlich weitergegeben wurden, rücken als Quelle von Widerstand, Resilienz und Kreativität in den Mittelpunkt und eröffnen neue Perspektiven auf kollektive Geschichte und Identität.

„Durch sorgfältige Aufmerksamkeit, Wiederaneignung und den Einsatz traditioneller Handwerks- und häuslicher Produktionstechniken untersuche ich in meiner Arbeit, wie Fürsorge, Zeit und Handarbeit das scheinbar Wegwerfbare in etwas verwandeln können, das wertvolle Informationen trägt. Es ist mir eine Ehre, Österreich – das seit mehr als einem Jahrzehnt mein Zuhause ist – nun bei der Gwangju Biennale zu vertreten. Ich schätze die Möglichkeit sehr, Teil des Austauschs zwischen Österreich, Südkorea und der internationalen Kunstszene zu sein“, so Künstlerin Birke Gorm.

Die 16. Gwangju Biennale findet von September bis November 2026 statt und wird von Kurator, Medienkünstler und Filmemacher Ho Tzu Nyen kuratiert. Der Österreichische Pavillon an der 16. Gwangju Biennale befindet sich im Eunam Museum of Art. Der Standort wird neben Österreich auch den Schweizer Pavillon präsentieren, der von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia in Auftrag gegeben wird.

Der österreichische Beitrag wird von Phileas – The Austrian Office for Contemporary Art in Auftrag gegeben und mit einer Förderung des Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport kofinanziert.

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Abbildung: Birke Gorm und Kuratorin Attilia Fattori Franchini (v.l.n.r.), Foto: © Lea Sonderegger

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