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Österreichischer Kunstpreis 2025 und Hans-Hollein-Kunstpreis für Architektur 2025

Der Österreichische Kunstpreis geht heuer an sechs Künstler:innen und zwei Kollektive. Die Preisträger:innen sind:

  • Florian Pumhösl (Bildende Kunst)
  • Robert F. Hammerstiel (Künstlerische Fotografie)
  • Margarete Jahrmann (Medienkunst)
  • Philipp Fleischmann (Filmkunst)
  • Kulturverein St. Ulrich im Greith (Kulturinitiativen)
  • Hanno Millesi (Literatur)
  • Franz Hautzinger (Musik)
  • Theater im Bahnhof (Darstellende Kunst)

Mit dem Hans-Hollein-Kunstpreis für Architektur wird Claudia Cavallar gewürdigt.

Der Österreichische Kunstpreis und der Hans-Hollein Kunstpreis für Architektur werden jährlich vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport vergeben und sind mit 20.000 Euro dotiert.

Florian Pumhösl zählt seit fast drei Jahrzehnten zu den international profiliertesten Künstlern Österreichs. Sein Werk basiert auf einem dezidiert analytischen Ansatz, der ethnografische und historische Methoden mit gestalterischen Fragestellungen verknüpft. Auf einzigartige Weise verbindet er Forschung mit Abstraktion. Anstatt Bildwelten zu attackieren oder zu überschreiben, ergänzt er sie, richtet sie aus, transformiert und formatiert sie neu.

Sein künstlerisches Schaffen wurde in renommierten Institutionen weltweit präsentiert, so etwa im Mudam in Luxemburg, im Stedelijk Museum in Amsterdam, im Kunsthaus Bregenz sowie in der Kunsthalle St. Gallen. Zudem war er in zentralen Großausstellungen vertreten, wie bei der documenta 12 sowie der Biennalen von Venedig, São Paulo und Lyon. Einen herausragenden Beitrag leistete Pumhösl 2024 in Zusammenarbeit mit dem Architekten Walter Kräutler durch die Gestaltung der Retrospektive Medardo Rosso: Die Erfindung der Modernen Skulptur im mumok in Wien. Mit seinem künstlerisch-kuratorischen Konzept trug Pumhösl nicht nur wesentlich zum großen internationalen Erfolg der Ausstellung bei, sondern setzte auch einen bedeutenden Impuls für die Weiterentwicklung museologischer Präsentationsformen in Österreich.

Robert F. Hammerstiel beobachtet und reflektiert in seinem Werk die Kollision von realer Welt und sich rasant wandelnden Medienlandschaften. Besonders die Fotografie, die in diesen vergangenen Jahrzehnten tiefgreifende Veränderungen durchlaufen hat, denkt er immer wieder neu und stellt das traditionelle Bild konsequent in den jeweiligen Zeitgeist. Seine Fotografiezyklen dienen einer bildhaften Analyse, sie sind aber auch und vor allem Ausgangspunkt für Installationen, in denen er uns anhand banaler Alltagsgegenstände zeigt, wie sehr unsere ganz privaten Vorstellungen von Glück durch die Konsumwelt geprägt sind. Mit seinem gesellschaftskritischen Blick hält Hammerstiel unserer Gegenwart einen Spiegel vor und zeigt eine Umwelt, die zur Gänze gestaltet und inszeniert erscheint.

Margarete Jahrmann hat ihr Leben einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Spiel verschrieben oder einer spielerischen Herangehensweise an ernste Themenkomplexe in digitalen Kulturen, Technopolitik und kritischer Virtuosität und Virtualität. Die 1967 geborene Medienkünstlerin ist Hackerin, Forscherin, Professorin und damit Experimentatorin. Ihre Praxis reicht von Manifesten und akademischen Schriften über anarchische Netzkunst, selbstgebaute Server und experimentelle Computerspiele bis zu Installationen, performativen Settings und interaktiven Ausstellungsformaten. Jahrmann verbindet Kunst und Aktivismus mit digitalen Kulturen und erschafft zeitgemäße Formen experimenteller Spielkunst. Sie hört dabei nie auf, sich selbst kritisch zu hinterfragen. Ihr Werk zeigt vor allem eines: Wir müssen nicht gegeneinander spielen, sondern miteinander.

Philipp Fleischmann arbeitet an der Schnittstelle von Film und bildender Kunst. Sein Werk ist kompromisslos dem analogen Medium verpflichtet, dessen materielle, institutionelle und infrastrukturelle Bedingungen er reflektiert. Im Mittelpunkt steht daher nicht allein das bewegte Bild, sondern die physische und konzeptionelle Auseinandersetzung mit den Voraussetzungen seiner Herstellung, Rezeption und Zirkulation. Neben seinem künstlerischen Werk leistet Fleischmann einen zentralen Beitrag zur Vermittlung und Förderung filmischer Praxis. Seit 2014 prägt er als künstlerischer Leiter der Schule Friedl Kubelka für unabhängigen Film entscheidend die Ausbildung und das Verständnis des experimentellen Films in Österreich und darüber hinaus.

Fleischmanns Arbeiten wurden unter anderem bei der Biennale von São Paulo, der Biennale de Lyon, im mumok, der Secession Wien, im Berlinale Forum Expanded, auf der Viennale sowie im Anthology Film Archives New York gezeigt. Philipp Fleischmann entwickelt mit seinem Schaffen den Experimentalfilm sowohl inhaltlich als auch formal entscheidend weiter. Er verbindet medienimmanente Forschung mit gesellschaftlicher Reflexion und leistet so einen Beitrag zur Zukunft des künstlerischen Films.

Claudia Cavallars Architektur lebt vom Paradox des Kleinen: In der Auseinandersetzung mit dem kleinen Maßstab, mit Interieurs, Innenräumen und kleinen Dingen entstehen große Räume – Orte, die von einer inneren Weite und Tiefe durchdrungen sind. Mit struktureller Klarheit und konzeptueller Schärfe schafft Cavallar Beziehungen zwischen Raum, Objekt und Wahrnehmung. Hier trifft sich das Gestalten und Kuratieren von Ausstellungen mit dem Entwerfen von Häusern und Innenräumen. Claudia Cavallar entwickelt die Technik des Zusammenstellens von Dingen: Farben, Oberflächen, Gegenstände fügen sich zu sinnlich-intelligenten Anordnungen mit großer Präsenz. In der Auseinandersetzung mit den Werken von Josef Frank, Hermann Czech und den Künstler:innen der Wiener Werkstätte entfaltet sich Cavallars Werk als vielschichtige Vermittlung zwischen Geschichte und Gegenwart, Gestaltung und Bedeutung. Auf beeindruckend selbstverständliche Weise schenkt Claudia Cavallar dem kleinen Maßstab außerordentliche Größe – Architektur, die ihre Grenzen unaufgeregt überschreitet.

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