Verlängerte Woche
Eine Woche hat bekannterweise sieben Tage, nur die Contemporary Week desDorotheum hat ein paar Tage mehr. Die Live-Auktionen starten am Dienstag, den 20. Mai mit der Auktion Moderne und enden am 23. Mai mit der Auktion von Armband- und Taschenuhren. Verlängert wird die Woche dann bis zum 5. Juni für die Versteigerung von 90 Editionen, für die man ab sofort auf der Website des Dorotheum mitbieten kann (Link unten).
Die Moderne trumpft diesmal nicht mit Klimt auf – obwohl vier Zeichnungen mit Schätzpreisen zwischen 30.000 und 70.000 Euro angeboten werden – sondern mit Egon Schiele, dessen Gouache Weiblicher Akt, auf den Arm gestützt, von 1912 mit einem Schätzwert von 400.000 bis 600.000 Euro das Toplos der Auktion bildet. Bei der Bewertung etwas abgeschlagen folgen Giorgio de Chirico (Piazza d'Italia con monumento equestre, € 250.000 bis 350.000), die Paysage à Cagnes von Pierre-Auguste Renoir (€ 220.000 bis 330.000) und Le retour au village devant le bouquet von Marc Chagall (€ 200.000 bis 300.000). Am anderen Ende der Preisskala findet sich etwa die Gouache Begegnung zweier seltener Vögel der Österreicherin Gerhild Diesner. Von ich gibt es noch zwei in Öl auf Leinwand gefertigte Blumenstilleben mit Schätzwerten bis 26.000 Euro.
Bei den Skulpturen dominiert ein bonzener Guerriero (Krieger) von Marino Marini (€ 180.000 – 280.000) vor dem Großen Vollblutfohlen des Deutschen Renée Sintenis (€ 150.000 – 180.000)
Am Mittwoch folgt dann die Auktion Zeitgenössische Kunst I mit 104 Losen. Die Autkion startet mit einem Österreicher:inen-Block der wichtige heimische Positionen in 12 Werken vereint: Brigitte Kowanz, Arnulf Rainer, Maria Lassnig, Martha Jungwirth, Erwin Wurm und Hermann Nitsch, Gunter Damisch und Herbert Brandl. Danach folgen italienische Künstler:innen, die oft im Auktionen des Dorotheum präsent sind. Das Toplos stellt allerdings diesmal der Kolumbianer Fernando Botero mit seiner in Bronze gegossenenSkulptur Frau auf einem Pferd (€ 300.000 bis 400.000). Am anderen Ende der Preisskala dieser Auktion findet sich diesmal u.a. eine durchaus furchteinflößende Skulptur von Herbert Brandl. Der Säbelzahnhyänenartigerhund geht mit einem Schätzwert von 18.000 bis 30.000 Euro an den Start.
Große Namen zu (relativ) günstigen Preisen bietet der Donnerstag mit der Auktion Zeitgenössische Kunst II. Knapp an der 100.000er-Marke kratzt mit einem Schätzwert bis zu 90.000 € The head of a mechanical poet des tschechischen Künstlers Mikuláš Medek. Aus der Sammlung des italienischen Kunstkritikers und Gründer des Magazins Flash Art stammt die Consumer Art von Natalia LL für die man 30.000 bis 50.000 Euro im Budget reservieren muss. 267 Kunstwerke hält die Auktion bereit, davon knapp einhundert Werke mit einem Schätzwert unter 10.000 Euro.
Dass Editionen die günstigere Variante an Kunstwerken darstellen stimmt zwar, doch für einige Exemplare muss man bei der Auktion am 5. Juni dann doch ein größeres Budget bereithalten. Mit 90.000 Euro bewertet ist Andy Warhols Siebdruck des Portraits von Mick Jagger aus dem Jahr 1975. Besonderes „Schmankerl“ dabei ist, dass neben Warhol auch Jagger den Druck signiert hat. Auch wenn es sich nur um einen Probedruck außerhalb der Auflagen handelt, ist Gerhard Richters ikonische Betty, basierend auf de gleichnamigen Gemälde aus dem Jahr 1988 mit 60.000 bis 80.000 Euro bewertet. Ein signierter und nummerierter Druck aus der Serie des Jahres 1991 wurde bei Christie`s im Jahr 2014 um 314.000 Pfund (aktuell rund 370.000 Euro, inkl. Aufgeld) versteigert. Glücklich nach erfolgtem Kauf kann man aber auch günstiger sein, z.B. mit dem Siebdruck auf Plexiglas Double Happy von Rosemarie Trockel. Für einige Werke der Auktion gibt es übrigens schon Gebote.
Die Auktionen mit Link in den online Katalog
⤇ Moderne, 20. Mai 2025
⤇ Zeitgenössische Kunst I, 21. Mai 2025
⤇ Important and Noble Jewels, 22. Mai 2025
⤇ Zeitgenössische Kunst II, 22.Mai 2025
⤇ Armband- und Taschenuhren, 23. Mai 2025
⤇ Editions, 5. Juni 2025
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