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Schiele goes USA

Zum 49. Mal gelangten diese Woche "im Kinsky" Gemälde des 19. Jahrhunderts, Klassische Moderne und Zeitgenössische Kunst unter den Hammer. Mit Spannung erwarteten die Verantwortlichen des Auktionshauses und Zaungäste ein Brimborium anlässlich des Aufrufs von Egon Schieles Selbstportrait aus dem Jahr 1912. Das vom Bundesdenkmalamt (BDA) angekündigte Ausfuhrverbot sollte dabei eine der großen Hürden sein. Allerdings hatte Otto Hans Ressler schon im Vorfeld einen Deal mit den BDA-Verantwortlichen ausgehandelt: sollte ein ausländisches Museum das Aquarell erwerben oder ein internationaler Privatier, der das Blatt anschließend zumindest fünf Jahre einem Museum als Leihgabe zur Verfügung stellt, dann könnte freilich anders entschieden werden. Der Rufpreis von 300.000 Euro wurde schnell von drei Telefonbietern und ebenso vielen im Saal hinaufgetrieben. Rudolf Leopold blieb wenig engagiert, hatte er doch gegen die im Saal anwesenden Vertreter der Dover Gallery (London) und einen anonym bleiben wollenden Sammler mit der Bieternummer "85" anzutreten, dessen letztes Gebot von 500.000 Euro von einem Amerikaner via Telefon mit 520.000 Euro übertroffen wurde. Die oberste Taxe von 600.000 Euro war vor allem in Anbetracht der Auflagen wohl etwas hochgegriffen; für einen Bruttopreis von 675.000 Euro wurde dieser Sammler zum neue Besitzer. Quasi. Sobald Ressler einen gültigen Leihvertrag mit einem Museum in Händen hält, "pilgere ich damit zum BDA"; erst nach der dann erteilten Ausfuhrbewilligung wird das Selbstbildnis mit ausgebreiteten Armen den Weg über den großen Teich antreten können. Insgesamt setzten "im kinsky" an diesem Abend 55 Prozent der Ware ab und lukrierten das satte Sümmchen von fast 3,1 Millionen Euro (brutto 3,7 Mio).

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